Kanada, ein Traum neigt sich dem Ende zu

Kanada

Hallo zusammen,

jetzt haben wir es wirklich beinahe geschafft und Kanada einmal komplett durchquert. Die letzten Wochen waren nochmals sehr intensiv und uns wurde psychisch und physisch nochmals einiges abverlangt, die letzte grosse Aufgabe in Kanada sozusagen. Wir können es nur immer wieder erwähnen, die Kanadier sind unheimlich gastfreundlich, wir wurden von unzähligen Menschen zum Essen, zum Campen im

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Kleiner Tipp vom Burns Lake.

Garten oder Übernachten im Haus, zum Fischen, zum Bier oder einfach nur auf einen gemütlichen Plausch eingeladen. Wir können uns gar nicht bei allen bedanken, aber bei Jake, Sherry, Terri und Kelly vom Rainbow Trailer Park, bei James samt Familie aus Houston, Judy vom Rose Lake, Jim und Sina aus Quesnel, Howard und Kathy vom McLeese Lake sowie Russell und Jennifer aus Squamish, wollen hiermit nochmals erwähnen.

Der Highway 97, Yellowhead Hwy., führte uns, von Smithers, entlang einer sich ständig wechselnden Natur immer weiter Richtung Süden. Der 97er war stark befahren, daher wurde uns höchste Konzentration abverlangt, dass ständige auf und ab bei extrem schwülen Temperaturen machte die Sache nicht einfacher. Die abwechslungsreiche Natur entschädigte aber für alle Strapazen. Falls wir nicht, wie oben erwähnt, bei Einheimischen campen konnten, fanden wir an unberührten See und Flussabschnitten meist ein geeignetes Plätzchen für die Nacht.

An unserem 100sten Reisetag, wurde die 6000km Marke geknackt, Im Durchschnitt fahren wir also 60km am Tag (Ruhetage eingerechnet), ohne Ruhetage sind es circa 77km. Wir sind äusserst zufrieden mit diesen Werten, bedenkt man unser Gesamtgewicht von etwa 160kg (Fahrrad, Ausrüstung und Fahrer), die ständig wechselnden Wetterverhältnisse und das Profil der Strecke welches uns über Stock und Stein bzw. Berg und Tal geführt hat.

Da wir uns entschieden hatten, auf Rat von unzähligen Kanadiern und Reisenden, über die Berge nach Vancouver zu gelangen, verlassen wir den Highway 97 und biegen auf den 99er, den Duffey Lake Highway ab. Im Talkessel haben wir Temperaturen von über 40 Grad und das Höhenprofil zeigt stark nach oben. Tagsüber schmelzen wir beinahe dahin, soviel können wir gar nicht trinken. Die Landschaft ist

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Bald geschafft! Duffey Lake Hwy.

ausgetrocknet und erinnert eher an Teile Australiens wie an Kanada, der Highway ist eng und jeder Überholvorgang wird zum Nervenkitzel. Über Lillooet suchen wir unseren Weg nach Whistler, das Mekka der Snowborder und Skifahrer. Whistler liegt mit knapp 800m überraschend niedrig, aber der Weg dorthin führte uns mehrmals in tiefe Schluchten und wieder den Berg hinauf. Allgemein haben wir in den letzten 2 Wochen über 17000!!!! Höhenmeter gemacht, das entspricht 2x dem Mount Everest. Da Whistler 2010 der Gastgeber für die Olympischen Winterspiele war und wir mit Rio 2016 eventuell die Sommerspiele besuchen wollen, nutzen wir die Chance und schnuppern olympische Atmosphäre.

Von Whistler geht es gemütlich runter bis Squamish wo wir auf Meerebene

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Whistler Medal Plaza, Host of the Winter Games 2010

ankommen. Nach gut 4200km quer durch Alaska und Kanada sehen wir daher zum ersten Mal wieder das Meer, ein Traum. In Squamish legen wir bei Russell und Jennifer einen gemütlichen Ruhetag ein. Squamish war, wie unserer Gastgeber, erzählen, Filmkulisse für einige grosse Hollywood Produktionen, so wurde u.a. Teile der „Twilight“ und „Starwars“-Filme hier gedreht. Allgemein hat der Ort eingebetet vor den Toren Vancouvers und dem Nobelskiort Whistler einiges zu bieten. Die weltweit grösste Population von Weißkopfseeadlern ist hier genauso beheimatet wie der Ausgangspunkt zu tausenden Wanderwegen in die kanadische Wildnis.

Die Route der nächsten Tage wird Nico und mich weiter über Vancouver-Island nach Port Angeles/USA führen wo wir in einigen Tagen wieder auf Sandro treffen sollten. Sandro hatte sich in Kitwanga bekanntlich für die „Vancouver-Island“ Route und eine längere Fährfahrt entschieden, daher ist er bereits vor mehreren Tagen in die USA eingereist.

Bedanken möchten wir uns an dieser Stelle nochmals bei allen Sponsoren und Gönnern, wir wurden mit hervorragendem, funktionalen Produkten ausgestattet. Nicht nur die tollen TX1000 Fahrräder der Fahrradmanufaktur, sondern auch unsere Merino-Bekleidung von Kaipara, unsere Radtaschen von Globetrotter und unsere

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Julian und Nico am Joffre Lake.

Solarequipment von Goal-Zero sind im Dauergebrauch sondern auch die Helme und Sonnenbrillen von UVEX, die Fahrradcomputer von VDO und die Radbekleidung von Erdinger Alkoholfrei und viele andere Produkte machen uns das reisen wesentlich leichter und sicherer. In der Zwischenzeit haben wir auch unser Zelt reparieren können, danke für die tolle Unterstützung.

Die letzten Meter in Kanada werden morgen angegangen und wir freuen uns, nach dieser langen Fahrt durch den Riesenwald, auf den kommenden Abschnitt und damit auf die USA und die Wiedervereinigung des Trios.

Sportliche Grüße,

Julian, Nico und Sandro.

Weitere Bilder findest Du wie gewohnt in unserer Galerie.