Film 2017

Deutschland

Liebe Unterstützer des Trio for Rio,

wir haben unser Crowdfundingziel/unsere Zielsumme bei Indiegogo leider nicht erreicht. Auf Euren Paypal-Konten müsste Euer Unterstützungsbetrag bereits wieder eingegangen sein.

ABER: den Film wird es im neuen Jahr trotzdem geben!

Sehr viele Unterstützer haben bereits zugesagt, dass sie den Film unbedingt sehen wollen, auch wenn wir nun auf eine Produktionsfirma, die englischen und spanischen Untertitel, sowie auf eigens komponierte Musik wohl verzichten müssen.

Thomas Köke, der bereits die Trailer geschnitten und den besten Überblick über unser Rohmaterial hat, wird nun auch den gesamten Film produzieren. Er arbeitet an der Hochschule Bremen und bildet dort TV-Journalisten aus. Auf uns war er gestoßen, weil er selbst irgendwann mit dem Fahrrad nach Brasilien fahren will und er hat unseren Blog während der Reise regelmäßig verfolgt. Wir freuen uns, dass er diese Mammutaufgabe übernimmt! Danke Thomas!

Die Inhalte Eurer gewünschten „Perks“ (Eure bestellten Download-Links, DVD’s, BlueRay’s, Erwähnung im Abspann etc.) der Indiegogo-Kampagne gelten selbstverständlich weiterhin. Eure Lieferadressen liegen uns vor.

Wer noch keinen Film bestellt hat kann das gerne machen! Bitte 25 Euro auf unten genanntes Konto überweisen und eine kurze Mail (mit Name und Lieferadresse) an: mail@trioforrio.com!

Betrachtet die Unterstützungssumme nun jedoch als feste Bestellung!

Wir werden den Film fertigstellen! Allerdings kann es nun bis Juli dauern.

Bitte überweist Eure Unterstützungssumme mit dem Verwendungszweck: „Film Trio for Rio“ auf folgendes Konto:

Julian Schmieder
IBAN: DE98 7015 0000 0000 373019
BIC: SSKMDEMMXXX
Stadtsparkasse München

Oder aber per Paypal an folgende E-Mail-Adresse: julian.schmieder@gmx.de

Vielen, vielen Dank, dass Ihr den Film, nun möglich macht,

Euer Trio for Rio.

Trailer für unser geplantes Crowdfunding Projekt

Alaska/USA, Argentinien, Belize, Bolivien, Brasilien, Chile, Costa Rica, Deutschland, Ecuador, El Salvador, England, Frankreich, Guatemala, Honduras, Island, Kanada, Kolumbien, Kuba, Mexiko, Nicaragua, Panama, Paraguay, Peru, Portugal, Schottland, Spanien, USA

Servus Miteinander,

die lange Zeit des Wartens hat hiermit ein Ende. Wir präsentieren stolz unseren ersten Trailer zu unserem geplanten Crowdfunding Projekt, mit welchem wir unseren Traum vom Film über unsere Reise zu Olympia 2016 in Rio realisieren wollen.

Wie ihr seht arbeiten wir eifrig an unserem Film-Projekt.

Seid gespannt und viel Spass beim anschauen. Wir haben noch 2000 Kilometer vor uns und freuen uns auf die herbstliche Heimat im Oktober.

Grüße aus Spanien,
Nico und Julian

Kolumbien Nr. II

Kolumbien

Unser letzter Blog wurde noch in der Tiefebene Kolumbiens verfasst, inzwischen hat uns die  längste Gebirgskette der Welt, die scheinbar unendlichen massiven Anden, fest im Griff. Täglich machen wir äusserst schweisstreibende Höhenmeter, wieviele Meter wir bereits auf unserer Reise in die Höhe geklettert sind wissen wir leider nicht genau, einige Zehntausende sind es bis dato auf jeden Fall gewesen.

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Cynthia führt uns durch Medellin.

Wieder sind wir zahlreichen interessanten Menschen begegnet, so treffen wir Fabian aus Hamburg, welcher seit gut 5 Jahren mit seinem VW-Bus um die Welt kurvt, dank ihm hat nun auch Julians Ebook weitere 200 Bücher im Speicher. In Medellin legen wir einen entspannten Ruhetag bei Cynthia und ihrem Bruder Charles ein, wir fahren mit der berühmten Gondelbahn und haben daher eine interessante Perspektive über die Millionenstadt, wir werden in der Stadt rumgeführt, den Charme Cartagenas erreicht Medellin allerdings nicht. Oft werden wir gestoppt und müssen als Fotomodell herhalten, Kinder bestaunen unsere Räder und Männer wollen das Rohloff-System unserer TX-1000 Stahlrösser genauestens erklärt haben.

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Gondel über Medellin. Eine interessante Perspektive.

Auch mit einigen Radfahrern hatten wir das Vergnügen und wir strampelten zusammen durch tiefe Täler hinauf auf massive Bergkämme, passieren zahlreiche Pässe und genossen eine fantastische Aussicht über Berge und gigantische Schluchten. Die Landschaft ist saftig grün und die Berge mit ihren diversen Schattierungen und dem blauem Himmel im Hintergrund stellen ein umwerfendes Gesamtbild da, beinahe fühlen wir uns wie auf einer heimatlichen Alm. Die Anden werden immer massiver und von Tag

Rauf und runter. Bis auf teilweise 2800 Höhenmeter.

Rauf und runter. Bis auf teilweise 2800 Höhenmeter.

zu Tag selbstbewusster, wir steigen und fallen, geniessen traumhafte Abfahrten von bis zu 37km und fluchen leise über Anstiege der selben Länge. Ab ca. 2500m Höhe wird es recht frisch und unsere Kaipara-Merino-Kleidung kommt wieder vermehrt zum Einsatz, auch mit Regen müssen wir uns jetzt öfters auseinandersetzen, in den Bergen hängt eben das Wetter fest. In den Tälern und Flussebenen steigt dafür das Thermometer wieder auf knapp 40 Grad und die dicke Sonnencreme muss ausgepackt werden. Wir erleben eine langsame Achterbahnfahrt, von 700m rauf auf 2800m, runter auf 1100m und wieder rauf auf 2550m, runter auf 500m und wieder geht es rauf auf knapp 3000m (dies entspricht etwa der Zugspitze, immerhin Deutschlands höchster Berg) usw. usw. Falls die Beine gar nicht mehr wollen, gibt es immer noch die schleichenden LKW’s, welche sich schwerbeladen ebenfalls den Berg hoch quälen, diese eignen sich perfekt um sich einige Meter den Berg hochziehen zu lassen. Was kolumbianische Strassenkinder können, können wir schon lange (vom nachahmen wir allerdings dringend abgeraten)!

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Milchtransporter in Kolumbien.

4kg Spareribs zum Mittagessen.

4kg Spareribs zum Mittagessen.

Die tägliche Raubtierfütterung ist jedesmal ein Festessen, neben Reis, Bohnen, gebratenen Bananen und köstlichem Fleisch kommen auch delikate Nachspeisen und Delikatessen wie 4kg Spareribs auf den Tisch, ein Hoch auf die Küche Kolumbiens. Mit 1,50€ für ein üppiges Frühstück, 1,80€ für ein massives Mittags- bzw. Abendessen müssen sich die Preise nicht verstecken und wir sind wieder bereit und ausreichend gestärkt für den nächsten Anstieg. Der Highway 25, die Panamericana, führt uns zielstrebig in Richtung Ecuador, nur selten verlassen wir den gut ausgebauten Highway und fahren auf Nebenstrassen weiter (Highway 29 und 50). Momentan ist unser Schlagzahl etwas höher wie sonst, aber am 7. April müssen wir in Guayaquil im Süden Ecuadors sein um unseren Flug auf die Galapagos-Inseln zu erwischen. Allgemein ist es nicht schlecht auf so einer langen Reise sich kleinere Etappenziele zu setzten, hat man nur die Gesamtkilometer bzw. das Endziel, bei uns Rio im August 2016, im Kopf kann das einen mürbe machen, da man kaum Fortschritte sieht. Mit unserem Kuba Urlaub, dem Segeltrip nach Kolumbien und dem Flug auf die Galapagos-Inseln haben wir uns immer schöne und reizvolle Etappenziele gesetzt, dieses Konzept ging bislang gut auf. Klar, manchmal scheinen auch diese Etappenziele unerreichbar, wochenlang, tausende Kilometer weit strampeln wir drauf hin, Meter für Meter und plötzlich hat man es aus eigener Muskelkraft erreicht. Ein tolles, unbeschreibliches Glücksgefühl.

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Ein Hartes Leben in den Bergen.

Auf der Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten landen wir immer öfters in diversen Stundenhotels, dies sind günstig und, gerade in den abgelegeneren Gebieten, zahlreicher wie „normale“ Hotels zu finden. Das horizontale Gewerbe ist in Kolumbien quasi an jeder Strassenecke anzufinden und gesellschaftlich akzeptiert, selbst die Polizei versucht uns an die Damen „zu vermitteln“, wir lehnen jedoch artig ab. Die kolumbianischen Männer müssen einen enormen Liebesbedarf haben, jedenfalls stehen sich am Strassenrand zig tausend Damen die Füsse platt und warten auf eine liebeshungrigen Trucker, welcher eines der besagten Stundenhotels anfährt.

Medellin. Wir werden herzlichst empfangen..

Medellin. Wir werden herzlichst empfangen..

Vor Kolumbien wurden wir gewarnt und es wurden uns Horrorgeschichten über Land und Leute erzählt. Jetzt stehen wir vor den Toren Ecuadors und haben tausende Kilometer in Kolumbien abgefahren, von Gewalt und Verbrechen keine Spur. Nico’s uns Sandro’s Schuhe wurden zwar „entwendet“ aber diese wurde 11 Monate abgearbeitet und fallen nicht wirklich unter heimtückischen Diebstahl, oder? Im Gegenteil, wir werden weiter angefeuert, bekommen Wasser und Früchte gereicht und nette, interessierte Gesprächspartner gibt es wie Sand am Meer. Klar kann man zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort sein und Gelegenheit macht Diebe, aber wo auf dieser Welt ist dies nicht der Fall? Gerade die jeweiligen Nachbarländer halten oft wenig von den Menschen auf der anderen Seite der Grenze. Die Engländer mögen die Schotten nicht, in Guatemala wird schlecht über El Salvador gesprochen, Nicaragua spottet über Honduras etc. etc. Und die Amerikaner? Die warnen vor jedem Land, jeder Kultur und jeder Religion, ein ängstlicheres Land, ein Land mit mehr Vorurteilen und Feindbildern, wie die USA, das selbsternannte Land der „grossen Freiheit“, haben wir bislang nicht kennengelernt. Ein Präsidentschaftskandidat wie Donald Trump mit seinem peinlichen Parolen ist das erschreckende Resultat dieser Angst und der bestehenden Vorurteile, andererseits sind wir mit den Wahlergebnissen der AfD (März 2016) in Deutschland nicht auf dem selben Holzweg? Jeder der mal eine solche Reise unternommen hat wird sich von solchen rechtspopulistischen Parteien fernhaften, egal auf welcher Seite des grossen Teiches, egal wo auf der Welt. Die Menschheit ist gut, unser Planet ist voller Wunder und atemberaubenden Plätzen. Ein paar Hans Wurscht’s wollen uns allerdings leider vom Gegenteil überzeugen, da hilft nur die fehlgeleiteten Idioten zu ignorieren und seine Stimme sinnvoll vergeben um nicht in deren braunes Fahrwasser zu geraten.

Eammon und Michel radeln 40km mit uns mit.

Eammon und Michel radeln 40km mit uns mit.

In Cali, der Hauptstadt der Salsatänzer, lassen wir uns nochmals die Berge aus den Beinen massieren und bewundern das, sich stündlich wechselnde, Strassenbild dieser Stadt. Nach Cali erwarten uns die Berge zurück, Sonne und Regen wechseln sich ab und wir kommen dadurch in den „Genuss“ wie durch eine Dampfgrotte radeln zu dürfen. Mit den Radlern Eammon aus Irland, Michel aus Kanada und Nelson aus Kolumbien haben wir einen tollen Tag auf den Bikes und besichtigen zusammen Popayan. Popayan hat komplett in weissgestrichene historische Altstadt und war u.a. Wohnsitz des ersten Präsidenten Kolumbiens. Mittlerweile stehen am Strassenrand tausende, schwer bewaffnete Soldaten, die gepanzerten Einsatzfahrzeuge erinnern an Kriegsschauplätze. Wir sprechen mit den Militärs und uns wird geraten vor allem die Nacht zu meiden, wie schon erwähnt eine 100%tige Sicherheit gibt es eben nie. Wir wollen gar nicht wissen was in den zahlreichen LKW’s alles von A nach B transportiert wird, ganz umsonst ist das Militär und Polizei Aufgebot mit Sicherheit auch nicht vor Ort, wir werden jedenfalls immer fröhlich durch jede Kontrolle gelotst. Auch die Kolumbianer sind recht gläubige Menschen, gerade in der Osterzeit sind die Kirchen gefüllt und wir sind bereits einigen Pilgern begegnet und Ostermärsche ziehen sich durch die Dörfer. Vielleicht vertrauen die Autofahrer zu sehr auf Gott, wieder stehen zahlreiche Kreuze am Strassenrand. Nur auf Gottesgnade zu hoffen ist auch nicht der richtige Weg, Einsicht und Rücksicht im Strassenverkehr sollte schon auch sein, teilweise werden wir Zeugen von recht waghalsigen Verkehrsteilnehmern.

Schlafen, essen, radeln, essen, radeln, essen und wieder in die Falle, so sehen unsere Tage im Moment auf, da es aber täglich Neues zu sehen gibt und wir immer ins Ungewisse radeln, kommt nie Langeweile oder Routine auf, es bleibt spannend und abwechslungsreich. Inzwischen haben wir die 19.000km voll gemacht und uns daher einen Ruhetag im Städtchen Pasto auf knapp 2900m Höhe verdient. Pasto ist ein nettes Bergstädtchen, leider haben am Gründonnerstag alle Geschäfte geschlossen und die Altstadt ist verwaist, so bleibt immerhin mehr Zeit zum entspannen. In unserer beliebten Plattfußstatistik gibt es keine grossen Veränderungen, Julian führt mit 21 Löchern und trägt sein Schicksal inzwischen mit Galgenhumor, Nico folgt auf Platz 2 (14) und Sandro liegt glücklich hinten auf Platz 3 (13).

Mal schauen wie grosszügig der DFB (Deutsche Fussballbund) sich zeigt, wir haben jedenfalls mal eine nette Email an die Damen und Herren gesendet, mit der Hoffnung auf Tickets für das Olympische Fussballturnier von Rio de Janeiro.

Unser nächster Bericht sollte bereits aus Ecuador kommen, wir wünschen euch Frohe Ostern und entspannte, sonnige Feiertage egal wo auf dieser Erde.

Viel Spaß beim Ostereier suchen!!!

Beste Grüße aus Pasto in den massiven Bergen Kolumbiens.

Euer Trio for Rio.

Julian, Nico und Sandro.

Mehr Bilder gibt es in unserer Galerie!

Die letzte „Fiesta Mexicana“ – karibisches Belize und ein illegaler Aufenthalt

Belize, Guatemala, Mexiko

So, die Feiertage sind überstanden und das komplette Trio ist gut ins Jahr 2016 gerutscht. Nico und Sandro verbrachten den Jahreswechsel im äusserst touristischem und feierwütigem Playa del Carmen, bei Julian im beschaulicherem Tulum ging es vermutlich besonnener ins neue Jahr. In Tulum bekamen wir auch unsere dringend benötigten Ersatzteile, unser Vorrat an Mänteln, Schläuchen und Flickzeug dürfte jedenfalls bis Brasilien reichen, danke Sabrina fürs organisieren und sorry für 15kg Übergepäck. Der Hausstrand von Tulum zählt übrigens, laut National Geographic, zu den Top 25 Stränden der Welt, eignet sich daher hervorragend zum entspannen und baden. Nach 3 Tagen faulenzen am weissem Sandstrand und angenehmen Wassertemperaturen bei karibischen Flair hiess es allerdings Abschied nehmen, die Urlaubstage sind endgültig vorbei, jetzt wird wieder gestrampelt.

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On the road again. Wir treffen zwei Kanadier die mit dem Moped bis Panama unterwegs sind.

Die ersten Tage auf dem Rad sind, dank flacher Landschaft, sehr angenehm und perfekt wieder den gewohnten Takt zu finden. In Bacalar feiern wir die letzte „Fiesta Mexicana“, nach 71 Tagen in Mexico sind wir bereit für neue Länder und auf der Suche nach neuen Wegen ins Herz von Zentralamerika. Da wir in Mexiko den zahlreichen Schlemmerständen am Strassenrand und den billigen Unterkünften selten widerstehen konnten, sind unsere durchschnittlichen Tagesausgaben mit 21.15€ p.P. etwas höher wie in den vorigen Ländern, aber einen gewissen Luxus konnten und wollten wir uns nicht verkneifen, Ersatzteile und der Flug nach Havanna/Kuba sind dort allerdings auch mit eingerechnet.

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Belize. Ab jetzt wird Englisch gesprochen.

Am Grenzübergang zu Belize werden unsere, gerade gekauften, Bananen beanstandet und dürfen nicht eingeführt werden, so stehen 3 deutsche Radler in der Zollstation und mampfen kiloweise Bananen, die Grenzbeamten finden es nur teilweise witzig, lachen aber letztendlich über die 3 Affen auf ihren Bikes.

Belize überrascht uns mit gesalzenen Preisen, nicht nur die Unterkünfte, sondern auch die Lebensmittel sind extrem teuer. Für uns heisst es daher „back to the basics“, Zelt und Gaskocher sind schnell ausgepackt und Nudeln mit Tomatensauce sind auch hier erschwinglich. Mit 11.50€ p.P. sind unser Ausgaben in Belize am Ende wieder auf einem normalem Level angelangt. Nicht nur die gepflegten Vorgärten und die englische Hauptsprache erinnert an die Kolonialzeit unter britischer Krone, nein, auch die Queen lacht weiterhin freundlich von den Dollarscheinen und auch die Landbevölkerung ist „very britisch“ und überaus gastfreundlich.

Am zweiten Tag schlagen wir unsere Zelte im Yachthafen von Belize City auf, jetzt geht alles Schlag auf Schlag. Spontan werden wir von Robert und seiner Bootscrew

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Robert (orange) und seine Crew.

eingeladen, einen Tagestrip auf die „Rendezvous“-Insel mitzumachen. Am nächsten Tag geht es also raus auf die Miniinsel, welche im zweit grösstem Riff der Welt liegt, nur das Great-Barrier-Riff in Australien ist größer. Wir schnorcheln, haben ein dickes BBQ und jede Menge Spass und müssen dafür keinen Cent berappen. Die traumhafte Insel misst gerade mal circa 120m x 30m, ist aber auch beliebtes Ausflugsziel bei zahlreichen Kreuzfahrtanbietern, so kommt am Nachmittag die AIDA-Crew mit circa 120 deutschen Touristen vorbei. Wir müssen unsere Trio-for-Rio Geschichte gefühlte tausendmal erzählen und haben danach viele neue Pauschaltouristenfreunde gewonnen und einen perfekten karibischen Tag erleben dürfen.

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Schnorchelausflug! Einen Tag relaxen.

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Belize-Outback. Wir fühlen uns wie im Herzen Australiens.

Der Coastal-Highway ist eine 60km lange Schottenpiste und wir fühlen uns wie im australischen Outback, rote Erde, saftige grüne Natur und blauer Himmel, ein toller Kontrast. Wir und unsere Räder werden kräftig geschüttelt, Härtetest für Mensch und Equipment. Wir kommen an zahlreichen Flüssen vorbei, bei extrem schwülen Temperaturen macht jeder Sprung ins kalte Nass doppelt Spass und auch unsere Zeltplätze sind nah am Wasser gewählt, atemberaubende Glühwürmchenpartys inklusive. Vorbei an riesigen Bananenplantagen fahren wir auf die Halbinsel Placencia Lagoon und dort kommen wir aus dem staunen kaum raus. Traumhafte Strände, Zeltplätze

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Zelten im Yachthafen von Old Belize.

direkt am Meer, karibische Leichtigkeit und tolle Menschen überall, Belize ist top. Nur die zahlreichen Sandflöhe und das oft wechselnde Wetter in der Karibik kratzen etwas am Paradies. Aber wäre alles perfekt nicht auch langweilig? Gibts das überhaupt? Ob die Halbinsel ihren Charme behalten kann ist ohnehin fraglich, zahlreiche Bauprojekte sind gerade dabei, das Tropenparadies zu asphaltieren und damit wird der Reiz und die Schönheit, der kleinen Lagunenoase, nachhaltig zerstört.

Dank der vielen Kiefern, der endlos langen Strasse und den Bergen im Hintergrund fühlen wir uns an unserm letzten Tag in Belize etwas an Alaska bzw. Kanada erinnert. Da wir nicht über den Wasserweg ausreisen wollen, entscheiden wir uns für den eher komplizierteren Landweg. Zwar kann uns keiner sagen, ob der kleine Grenzübergang zwischen Belize und Guatemala besetzt ist oder nicht, trotzdem wollen wir es versuchen. Anfangs ist die Strasse in einem einwandfreien Zustand, erst kurz vor der Grenze wird die Strasse enger, hügeliger und endet schliesslich in einem Trampelpfad. Einige Soldaten schauen uns etwas verdutzt an, halten uns jedoch nicht auf, so tragen und schieben wir unserer Räder über Matschfelder und schmale Wege bis wir schliesslich

Grenzübergang Belize-Guatemala

Grenzübergang zwischen Belize und Guatemala.

vor einem kleinem Stacheldrahtzaun stehen. Auch der Zaun ist letztlich schnell überwunden, herzlich willkommen in Guatemala. Unser Problem ist nur wir haben kein Ausreisestempel aus Belize und keinen Einreisestempel für Guatemala, illegale Einwanderer in einem zentralamerikanischen Land, mit diesem Status hätte vor dieser Reise auch keiner von uns gerechnet. Am nächsten Tag knacken wir in Guatemala, auf dem Highway CA13, die 15.000km und suchen artig ein Polizeirevier auf um unseren Status abzuändern. Aber auch hier kann uns keiner einen Stempel in den Pass drücken oder weiterhelfen, wir müssen also auf einen gnädigen Beamten bei der Ausreise nach El Salvador hoffen. Als am Abend auch noch die Geldautomaten streiken, fühlen wir uns wirklich wie illegale, mittellose Flüchtlinge in einem fremden Land.

Ansonsten ist auch in Guatemala der Himmel da wo er sein sollte. Schwerkraft gibt es auch. Wasser ist nass. Hunde jagen uns nach. Menschen atmen. Menschen lieben. Menschen essen und trinken. Menschen schlafen. Menschen glauben. Menschen zeigen Gefühle. Menschen arbeiten. Menschen spielen und Menschen müssen aufs Klo oder hintern Busch. Die elementaren Dinge scheinen weltweit gleich zu sein. Stubenfliegen wurden übrigens auch schon gesichtet, gibts die wirklich weltweit?

Bedanken wollen wir uns noch bei unserem Sponsor Goalzero, zu Weihnachten gab es neue Musikboxen samt Zubehör, dank Euch geht es jetzt wieder mit Musik auf den Ohren Richtung Rio de Janeiro. Olympia wir kommen.

Es bleibt sportlich und  spannend.

Viele Grüße die 3 illegalen aus Guatemala,

Julian, Nico und Sandro.

Mehr Bilder findest Du in unserer Galerie.

Brennende Wälder & sehr heisse Tage, Kalifornien Part II

USA

Zusammen mit unserem Freund Brandon aus San Francisco ziehen Nico und Ich weiter nach Santa Cruz, wo wir nach circa 41 Tagen Sandro treffen und damit unser

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Wir sind wieder zu dritt unterwegs.

Trio wiedervereint ist. Es gibt einiges zu erzählen, da sich in diesen knapp 6 Wochen, bei unterschiedlichen Streckenverläufen doch so einige Abenteuer und Geschichten ansammelten.

Zusammen machen wir uns also auf dem Weg ins Landesinnere nach Visalia, die Hitze ist unerträglich, z.T. steigen die Temperaturen auf 49 Grad Celsius, da wird das radeln zur Qual. Gleichzeitig steht halb Kalifornien in Flammen, die Waldbrände lodern an zig verschiedenen Stellen und sind durch den ständig drehenden Wind unberechenbar, daher fahren wir zusätzlich durch dicken

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Dichter Rauch erschwert uns die Sicht und das Atmen.

tiefhängenden Rauch. Unser Wasserbedarf steigt enorm, die abgelegenen Gebiete machen es uns nicht leichter geeignete Wasserquellen zu finden. Die Farmer entlang der Strecke sind jedoch sehr hilfsbereit und im Örtchen Coalinga versorg uns die Dorfkirche nicht nur mit ausreichend Wasser, sondern wir dürfen auch im Pfarrgarten übernachten.

Die Amerikaner sind äusserst patriotisch, in beinahe jedem Vorgarten hängt die amerikanische Flagge und jeder kritische Kommentar zum „amerikanischen Lifestyle“ wird ignoriert oder mit (sehr gewagten) Gegenthesen übergangen . In der einen Hand hält man sprichwörtlich, das Gewehr in der anderen die Bibel. Jeder muss größer, besser, schneller, schöner, verrückter sein als der Andere, der ökonomische Sinn wird oft gar nicht erst hinterfragt. Jedes noch so kleine Dorf hat mindestens ein Fastfood-Restaurant, allgemein gibt es hier wesentlich mehr Fastfood-Ketten wie in Europa, willkommen im XXXL-Land.

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Pool zum Relaxen.

In Visalia angekommen, machen wir bei Judy und Ron auf deren Walnussfarm halt, die beiden haben wir vor knapp 2 Monaten in Kanada (Boya Lake) kennengelernt und wurden daraufhin auf die urige, lebendige und sehr liebevolle Farm eingeladen. Ron und Judy versorgen uns königlich und so sammeln sich schnell 14 Ruhetage an, wir helfen etwas auf der Farm mit, bekommen Thai-Massagen spendiert, schlemmen uns von einem Restaurant ins andere oder geniessen den Luxus eines Einzelzimmers mit butterweicher Matratze, eines Swimmingpools oder den einer Couch. Die Farm ist wie eine kleine grüne Oase, die Tiere sind wie ihre Besitzer sehr entspannt und nach knapp 9000km auf dem Rad tut eine längere Auszeit äusserst gut.

Unsere zuverlässigen TX-1000 Räder bekommen jeweils eine neue Kette und werden allgemein gründlich gewartet, aus Deutschland bestellen wir passende Schläuche und Mäntel, da diese in den USA nicht nur doppelt so teuer sind, sondern hier auch nicht zur Grundausstattung eines Fahrradgeschäftes gehören.

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Ausflug mit Ron nach L.A. Venice Beach.

Wir helfen also auf dem Hof aus , Judy kümmert sich um die insgesamt 7000 Walnussbäume und Ron achtet darauf das die Freizeitaktivitäten nicht zu kurz kommen und erklärt uns die Regeln des Footballs. Ron ist Rentner, als ehemaliger Investor hatte er 2000 Häuser in Kalifornien und arbeitete als Anwalt für Apple und für den ehemaligen kalifornischen Gouvaneuer und Schauspieler Arnold Schwarzenegger, die Finanzkrise hat ihn allerdings massiv erwischt und seitdem möchte er nur noch geniessen und hält von Arbeit wenig. Ron, der ursprünglich aus Israel kommt, zeigt uns sein Kalifornien, einen sehr amüsanten Ausflug nach L.A. haben wir bereits zusammen gemacht.

2 Tage bevor wir gemeinsam im Wohnmobil, den bereits gebuchten „3-Tages-

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Sandro fuettert Freddie, ein Texas Longhorn.

Roadtrip“ nach Las Vegas antreten möchten, erkrankt Ron schwer und muss zur stationären Behandlung mehrere Tage ins Krankenhaus, statt in der Casino-Metropole zu sein, kümmern wir uns selbstverständlich um die Farm. Judy ist bei Ron und der Abschied einige Tage später fällt uns nicht leicht. Judy ist äusserst dankbar für unsere Hilfe und wir sind froh die fällige Auszeit hier genommen zu haben. Über unser Abschiedsgeschenk, einen selbstgebauten Bilderrahmen mit „Trio-for-Rio T-Shirt“ und Widmung freuen Sie sich sehr, jederzeit sind wir wieder willkommen.

Danke für die tolle Zeit, in der Hoffnung, dass Ron bald wieder der Alte ist.

Vielen Dank für die zahlreichen Glückwünsche, ich habe mich über jede einzelnen Nachricht sehr gefreut. Wir haben meinen 33zigsten Geburtstag in einer Bar in Visalia gefeiert und ich bin damit bereit für ein abenteuerliches und spannendes neues Lebensjahr.

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Julian sucht seine Geburtstagsgeschenke 🙂

Wir fühlen uns jedenfalls ausgeruht genug um die nächste Etappen mit L.A., San Diego und Mexiko in Angriff zunehmen.

Euer Trio für Rio.

Mehr Bilder findest Du in unserer Galerie.

Welcome to the Hotel California

USA

Wir haben es geschafft, ein weiterer Meilenstein auf unserem Weg nach Rio ist gemeistert!!! Nach genau 8349km und 131 aufregenden Tagen sind wir im Herzen Kaliforniens und damit in San Francisco angekommen.

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California Coast.

Seit unserem letzten Bericht, sind wir weiter die Küste Oregons und damit den Highway 101 in Richtung Süden gefahren. Die letzten Tage in Oregon waren wettertechnisch eher durchwachsen und Nachts wurde es überraschend frisch, allgemein können die Temperaturunterschiede zwischen Tages- und Nachtzeit extrem schwanken, immerhin blieb der (befürchtete) Regen aus.

Auf dem 101er sind wir letztendlich auch in Kalifornien weitergefahren und erleben auch hier eine wilde, schöne Küste, welche überraschenderweise relativ dünn besiedelt ist. Kalifornien schickt uns einen Hügel nach dem anderem hoch, als Belohnung staunen wir über die riesigen, uralten Bäume im Redwood Nationalpark. Dieser Nationalpark lässt uns staunen, noch nie haben wir solch gigantische Bäume bestaunen können, vor lauter klettern und bewundern vergessen wir vollkommen die Zeit und übernachten gleich im Nationalpark auf einem „Hike & Bike – Campground.

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Redwood Nationalpark.

Diese Campgrounds sind für Radfahrer extrem günstig und die perfekte Alternative zu unseren „normalen“ Zeltplätzen im Busch, natürlich ist auch eine warme Dusche hin und wieder ein Traum. Auf der „Avenue of the Giants“ treffen wir auf weitere Megabäume und haben mit dem „South Fork Eel River“ einen tollen Wildfluss an unserer Seite, in welchem gebadet und übernachtet wird.

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Camping am Russian River.

Wir bleiben auf dem 101, welcher angenehm durch eine tolles Tal führt. Wir sind über die breite der Strasse, sowie über den geringen Verkehr überrascht. Die Landschaft hat sich inzwischen komplett verändert, die gigantischen Bäume sind vereinzelten Bäumchen und Büschen gewichen und die saftigen Natur ist urplötzlich vertrocknet und schreit nach Wasser. Bei der ganzen Dürre wirkt der „Russian River“ total irreal und bietet mit seinen kühlen Wassermassen ein Kontrastprogramm zu restlichen Natur und bietet eine wunderbares Nachtlager.

Je, näher wir allerdings San Francisco und damit den Ballungszentrum kommen, müssen wir den 101er verlassen und fahren auf der Küstenstrasse Nr. 1 weiter. Kurz vor San Francisco geht es bei enormen Temperaturen bergauf und bergab, allerdings ist dies auch die letzte Hürde bevor wir über die „Golden-Gate-Bridge“ rollen dürfen.

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San Francisco-Golden Gate Bridge.

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Citytour mit Brandon

In S.F. leben wir „Downtown“ bei Brandon, Brandon heben wir vor einigen Tagen auf dem Fahrrad in Oregon getroffen. Brandon arbeitet als Fahrradkurier in dieser fantastischen Stadt und ist daher der perfekte Tourguide für die 3 Tage welche wir hier verbringen. San Francisco ist eine junge, lebendige, quirlige Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten und Überlebenskünstlern. Mit Brandon an unserer Seite erleben wir San Francisco sehr authentisch und intensiv, vermutlich haben noch nicht viele einen „bunteren Vogel“ als Stadtführer gehabt wie wir. Wir sind in dieser Stadt von A nach B gehuscht immer mit einer gewissen Chillfaktor, dennoch zielstrebig, daher dürften wir einiges touristisches gesehen haben, aber auch zahlreiche „verstecktere“ Insider-Plätze waren darunter. Wir fühlen uns sehr wohl in Kalifornien, geniessen die Auszeit vom radeln, organisieren neue Mäntel für die Räder und Ersatzteile für unseren Kocher, schreiben Postkarten und bereiten uns für die nächsten Streckenabschnitte vor. Ab morgen geht es weiter, welche Wege und welche Abenteuer kommen, steht in den Sternen. Wir freuen uns jedenfalls und wünschen Euch einen tollen September bzw. ein zünftiges Oktoberfest.

Euer,

Trio for Rio.

Weitere Bilder gibt es in unserer Galerie!

Island, Land der Extreme

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Nachts um 3 Uhr, Island schläft im Sommer selten.

Die letzten 10 Tage waren wir einer beeindruckenden Natur extrem nahe und spürten die Urkraft dieses Planeten. Aktive Vulkane, uralte Lavafelder, rauschende Wasserfälle, dampfende Erde, heisse Quellen, raue See und das Alles bei gut 22 Stunden Tageslicht.

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Sandro und Nico trotzen dem Wind und der Kälte.

Der Wind machte uns bei kühlen 4 – 11 Grad dasLeben, gerade auf dem Rad, oft nicht einfach. Die beeindruckende Gastfreundschaft der Isländer wird uns allerdings lange in Erinnerung bleiben, egal ob wir ein Quartier für die Nacht brauchten oder einfach nur nachdem Weg fragten, es wurde uns immer wie selbstverständlich geholfen.

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Weltweiter Wegweiser, gebaut vom Trio for Rio

Einige Tage lebten wir auf einer kleinen Farm mit Campingplatz komplett kostenlos, im Gegenzug halfen wir beim Bau eines neuen Schuppens und erbauten einen „weltweiten Wegweiser“. Unser Gastgeber gaben uns einen Einblick in das harte aber herzliche Familienleben, liessen uns an isländischen Traditionen teilhaben und zeigten uns Orte, welche der normale Tourist nicht unbedingt zu sehen bekommt.

Island war ein toller Trip, die nächste Station ist Alaska, wo wir heute noch landen werden.

Weitere Bilder von Island findest Du in unserer Galerie.