Frankreich (2) – Monaco – Italien

Frankreich, Italien, Monaco
DCIM100GOPROGOPR4905.

Canal du Midi. Ein traumhafter Radweg.

An Julians 34. Geburtstag verlassen wir Toulouse und verabschieden uns daher auch von unseren Gastgebern Chaty und Alex und der schönen Stadt an der Garonne. Natürlich radeln wir nicht los bevor der selbst gebackene Geburtstagskuchen nicht vollständig aufgefuttert ist, danke auch für die zahlreiche Glückwünsche. Am „Canal du Midi“ geht es ab Toulouse weiter, unser Ziel das Mittelmeer. Wir zelten bei wunderbaren Sonnenuntergängen am Kanal und bestaunen dabei die unzähligen grossen und kleinen Boote welche gemütlich vor sich hin tuckern und in der Dämmerung verschwinden. Tagsüber geht es immer am Kanal entlang, der Radweg unter den alten Bäumen ist eine tolle Strecke und jede Menge Sehenswürdigkeiten liegen links und rechts des Weges. In Carcassonne steht z.B. das vermutlich schönste Schloss Frankreichs, diese guterhaltene Burganlage ist uralt und einen Stop wert und wir fühlen uns wie Ritter im Mittelalter. Allerdings reitet der Ritter von heute keine Pferde mehr sondern bevorzugt den TX-1000 Drahtesel der VSF-Fahrradmanufaktur aus Oldenburg. Die gesamte Burg- Schlossanlage gehört längst, genau wie auch der Canal du Midi, zum UNESCO-Weltkulturerbe, eine verdiente Auszeichnung wie wir finden.

DCIM100GOPROGOPR4882.

Nico vor dem Schloss in Carcassonne.

Langsam setzt auch in Frankreich der Herbst ein, die Blätter fallen bunt vom Himmel und je nach Sonnenstand fahren wir durch eine Welt aus tausendundeiner Farbfacette, sehr entspannend und gemütlich. Auch an den zahlreichen Schleusen des Kanals stehen wir gerne und beobachten die Boote und die Arbeit der Schleuser an den zig Staustufen, auch eine interessante Art seinen Urlaub zu verbringen. Die Boote können gemietet werden und so treffen wir viele bunte Vögel auf oder am Kanal.

DCIM100GOPROGOPR8985.

Bunter Ort in Südfrankreich.

17 Monate waren wir am 27. September unterwegs, zum Jubiläum haben wir Rückenwind und lassen uns treiben. Dank der vielen kleinen Dörfer, Klöstern, Schlössern, Kirchen und Burgen halten wir unsere Brotzeiten und die Mittagssiesta immer in, beinahe unwirklichem, Postkartenpanorama ab. Die Kombination Sonne und Wasser ist einfach unschlagbar und hat eine magische Anziehungskraft auf uns und gibt die nötige Kraft und Motivation für neue Radel-Abenteuer.

In Sète erreichen wir die Strände des Mittelmeers, jetzt haben wir Frankreich einmal komplett durchquert und werden von duftenden Kiefernwälder und viel Sand empfangen. Hier und da erinnert uns die Küste und die Landschaft an den griechischen Pillion, die Urlaubsregion unserer Kindheit. Unser Zeltplätze duften herrlich, die Vögel zwitschern und die Grillen verstummen nur selten, ein Feierabend wie aus dem Bilderbuch. Nur die Moskitos können einem die Laune etwas vermiesen. Hier unsere, leicht ironische, Erklärung für die Moskito-Plage in Südfrankreich: „ Da der Franzosse Frösche isst und dieser daher als natürlicher Feind der Moskitos stark geschwächt ist, leben die Plagegeister hier wie im Paradies oder doch wie Gott in Frankreich?

DCIM100GOPROGOPR4962.

Auf gehts in Richtung Rhone.

Von Sète aus fahren wir am nächsten Kanal entlang, jetzt wird am „Canal du Rhone á Sète“ gestrampelt. Die freundlichen Franzosen halten gerne einen Plausch und wir verständigen uns oft mit Hand und Fuss, man muss ja nicht jede Sprache perfekt beherrschen, oder? Wir verlassen jetzt das sumpfige Delta der Rhone und machen uns auf um die „Cote d’ Azur“, die Perle Frankreichs, zu erkunden. Nach einigen steilen Abschnitten erreichen wir die Hafenstadt Marseille, die Altstadt ist toll und es gibt mächtige Bauwerke zu bestaunen. Frankreich ist ein Einwandererland, in der City sieht man überall Menschen aus offensichtlich unterschiedlichsten Kulturen und Ländern. Die Stadt, ihre Läden und Restaurants und nicht zuletzt ihre Einwohner sind daher wunderbar bunt und vielfältig.

Die Zeit verrennt, am 1. Oktober 2016 beginnt bereits der letzte Monat unserer Reise. Es kommt Wehmut auf, aber die Freude auf die Heimat, Familie und Freunde überwiegt natürlich.

DCIM100GOPROGOPR9052.

Nico übernimmt das Steuer.

Nach einigen grauen Tagen setzt sich die Sonne wieder durch und die Cote d’ Azur strahlt in ihrer ganzen Schönheit. Die 31.000km machen wie kurz vor St. Tropez voll und feiern mit Glanz&Gloria im Yachthafen der Glamour-City. Naja, wir lassen und eher feiern, der Jetset bestaunt unsere Räder und uns werden die Boote gezeigt, auf der „Aschanti IV“, einem 35m Segelboot, fühlen wir uns wohl und tauschen beinahe Steuerrad gegen Fahrrad ein, aber eben nur beinahe. In der Nacht schlafen wir, verhältnismäßig wenig luxuriös, auf einem LKW-Anhänger welcher auf einem Parkplatz steht, wir brauchen nicht viel um glücklich zu sein. Danke Tom, dem Trucker.

DCIM100GOPROGOPR5102.

Luxus an der Côte d’Azur. Wir übernachten im LKW.

Die Küste kurz vor Cannes ist von malerischer Schönheit und wir kommen aus dem staunen und fotografieren gar nicht mehr raus. Die Felsen leuchten in den unterschiedlichsten Rottönen und das Mittelmeer zeigt sich kristallklar wenige Meter unter uns, der Kontrast mit den saftig grünen Bäumen ist einmalig schön.

DCIM100GOPROGOPR9065.

Tolle Farben auf dem Weg nach Cannes.

Nach Cannes geht es rein nach Nizza, auch hier lässt es sich leben, die Altstadt, der Hafen, die breite Ufer-Promenade und die anliegenden Dörfer verstrahlen einen tollen, beinahe romantischen, Charme aus. Nur mit der Suche nach einem geeigneten wilden Zeltplatz wird es an der prominenten Cote d’ Azur immer schwerer. Wir sind einfallsreich und mit einer, wohldosierten, Portion Dreistigkeit findet man immer ein Plätzchen, schöner schlafen die wohlbetuchten auf ihrer Yacht wohl auch nicht.

DCIM100GOPROGOPR9106.

Ziellinie der Formel 1 in Monaco. Für uns gehts noch weiter.

Mit Monaco besuchen wir unser Land Nr. 27, bestaunen bei einer Brotzeit im Yachthafen von Monte-Carlo das schwimmende Kapital der Reichen und Schönen. Wir bekommen von einer neureichen Tante 5€ zugesteckt, für ein Eis wie sie meint, wir fühlen uns wie zwei Kleinkinder in einer fremden Welt und machen uns daher ganz schnell auf und davon in Richtung Italien. Bei Gucci, Rolex, Armani und Co. gibt es einfach nix für den gewöhnlichen Tourenradler, schon gar nicht für 5€!!! Der Adel hat es eben nicht so mit dem Radel!

Bella Italia ist also unsere Nummero 28 und ein Klassiker kurz vor dem Abschluss unserer Reise, nur die Schweiz trennt und jetzt noch von der Heimat. Frankreich mit 14.20€ p.P./Tag und Monaco mit 0€ p.P./Tag haben unsere Finanzen nicht überstrapaziert und wir haben daher noch genügen Budget für den Heimweg auf der Seite.

Gleich am ersten Tag in Italien dürfen wir kostenlos auf einem Campingplatz in San Remo stehen, als Gegenleistung müssen wir die gesamte Camper-Gemeinde mit unserer Geschichte unterhalten, ein großer Spass. Rüdiger und Susanne aus Köln laden uns spontan in ihr Ferienhäuschen in Dolcedo ein, dort bleiben wir eine Nacht und haben mit den beiden viel zu lachen. Die Akkus sind geladen, die Wäsche gewaschen, die Räder voller Tatendrang und wir sind ausgeruht für die nächste Etappe, neues Ziel Turin.

DCIM100GOPROGOPR9181.

Warm-Up für die Alpen.

Ciao Mittelmeer, Hallo Berge! Gleich der erste Tag  lässt uns, auf der S28, klettern und schwitzen. Gott sei Dank sind die Italiener Meister im Brücken- und Tunnelbau, viele Täler und Bergspitzen können so vermieden werden. Die Nächte werden nun deutlich kühler und der abendliche Badespass in den Bächen Italiens ist ein kühles Vergnügen und wir müssen uns in den Nächten dick anziehen.

Der Herbst macht auch vor Norditalien keinen Halt, kurz vor Turin wird das Wetter wieder sehr wechselhaft und bietet Sonne, Nebel, Kälte, Wind und Regen im ständigen Wechsel. Dem Wildlife scheint es zu gefallen, Dachs, Reh, Eichhörnchen und Co. springen wie wild umher. Den Skorpion im Schlafzimmer hätten wir am liebsten eingepackt, aber der darf jetzt doch weiter durch italienische Wälder kriechen.

bildschirmfoto-2016-10-08-um-19-37-39

Erfrischung im Po. Hier ist er noch kristallklar.

Nach einer Nacht am Rande des Po’s und einem Sprung in denselbigen finden wir uns mitten in Turin wieder. Die italienischen Wochenmärkte sind immer einen Besuch wert, ansonsten radeln wir durch die Stadt von Piazza zu Piazza, von einem imposanten Gebäude zum nächsten. Die Italiener sind Fahrrad-Liebhaber, sogar die Polizei unterbricht ihre Arbeit für 15 Minuten um mit uns zu quatschen.

bildschirmfoto-2016-10-08-um-19-39-26

Kurze Pause vom Dienst. Die italienische Polizei schaut unseren Trailer.

Leider ist die Schneefall-Grenze in den letzten Tagen auf knapp 1000m gefallen, ob wir mit den Rädern in die Schweiz rollen oder ob wir uns eine Alternative suchen müssen ist daher noch offen.

Morgen sollten wir jedenfalls die Grenze zur Schweiz erreichen und verabschieden uns mit diesem Blog daher schonmal von Italien, Schweiz mach dich bereit!

Unsere Crowdfunding-Aktion geht die nächsten Wochen online, wir hoffen genügen Menschen begeistern zu können, damit unser Film auch realisiert werden kann. Wir brauchen also Eure Unterstützung, wir halten Euch auf dem Laufendem.

Euch einen schönen Herbst und danke fürs lesen und teilen unserer Berichte auf Facebook & Co.

Mit sportlichen Grüßen,

Julian und Nico.

Weitere Bilder findest Du in unserer Galerie.

Spanien II – Camino del Norte – Frankreich (2)

Frankreich
2016-09-06-20-49-24

Kathedrale von Santiago de Compostela.

Bevor wir Santiago de Compostela verlassen schauen wir uns noch in Ruhe die berühmte Kathedrale der historischen Stadt an. Die Kathedrale steht über einer Grabstätte, die dem Apostel Jakobus zugeschrieben wird und ist Ziel der diversen Jakobswege quer durch Europa. Das schwenken des gigantischen Weihrauchkessels ist Tradition und ein Erlebnis welches wir live miterleben dürfen.

Über den „Camino Portugues“ radelten wir in die Stadt, über den „Camino del Norte“, auch der Küstenweg genannt, verlassen wir Santiago de Compostela und seine historischen kleinen Gassen um uns auf unseren Weg in Richtung Frankreich zu machen. Der Camino del Norte gilt quasi als der Ur-Jakobsweg, erst später wurde der „Camino Frances“, weltweit auch als „der Jakobsweg“ bekannt, zum Hauptstrom der Pilger.  Die 2 wichtigsten Pilgerziele waren, damals wie heute, Rom und Santiago als Ausstrahlungsort des christlichen Glaubens und Sinnbild für den Widerstand der christlichen Welt in Europa bzw. in Spanien.

2016-09-09-11-41-15

Die Nordküste Spaniens.

Die Landschaft ist eine Augenweide, so anstrengend die vielen Hügel und Berge auch sind, die Wälder, Täler, Flüsse und Bäche entschädigen für jede Anstrengung. Vor uns offenbart sich, an unserm Reisetag Nr. 500, eine umwerfende Natur mit tausenden Farbfacetten bei herrlichem Sonnenschein. Erst als Nicos Schaltzug reisst sind wir zurück in der Realität und müssen wieder einmal, wir stehen mitten im Niemandsland, improvisieren. Letztendlich muss Nico einen kompletten Tag mit einen Gabelschlüssel seine Gänge wechseln, erst am nächsten Tag kommen wir an Ersatzteile und basteln einen neuen Schaltzug ans Rad.

DCIM100GOPROGOPR8686.

Gegen die Pfeilrichtung! Unser Ziel ist Deutschland.

Die Leute auf dem Camino kommen aus den unterschiedlichsten Ecken dieser Welt. Irgendetwas scheint alle Pilger, Radler oder Wanderer anzutreiben, viele bunte Gespräche am Strassenrand, in den Herbergen und beim abendlichen Wein und Essen geben uns Einblicke warum Menschen sich Abenteuer bzw. psychische und physische Herausforderungen suchen. Fazit: Es gibt keinen Einheitsgrund, hier einen gemeinsamen Nenner zu finden ist unmöglich. Nur ein Ziel haben die Menschen auf dem Jakobsweg gemeinsam, Santiago!!! Unser Ziel geht allerdings in die andere Richtung und heisse „Heimat“!

2016-09-15-15-49-37

Berg rauf – Berg runter. Das Panorama entschädigt!

Die N634 führt uns jetzt direkt am Meer entlang, auch an der Küste ist es ein einziges Auf und Ab, es  ist oft eine zähe Angelegenheit und die Beine schmerzen am Abend gehörig. Wieviele Täler wir alleine in Spanien umständlich durchqueren mussten wissen wir nicht mehr, es dürften aber für unser restliches Leben genügend gewesen sein. Hügel und Berge egal in welchem Land, egal auf welchem Kontinent werden wohl ein dicker roter Faden am Ende dieser Reise sein. Die 300.000 Höhenmeter sollten inzwischen nur noch Formsache sein und bis zum eintreffen in Deutschland gemeistert sein. Unsere Reise ist definitiv nichts für Flachland-Liebhaber, sollte es doch einmal flach sein, macht sich der Gegenwind einen Spass daraus uns zu ärgern. Gott sei Dank schleppen wir unser Hängematten mit, genügend Bäume für eine entspannte Siesta stehen jedenfalls immer parat. Die unzähligen kleinen Dörfer mit ihren zahlreichen Einkehrmöglichkeiten thronen bezaubernd auf den Klippen, unten lädt der Atlantik zum baden ein. Wäre der Ozean nicht treu an unserer Seite könnte man meinen in der Schweiz zu sein. Die Kuhweiden, die historischen Gebäude, leckeres rustikales Essen und die massiven Berge im Hintergrund runden dieses Bild standesgemäss ab.

Unsere Zeltplätze sind meist abseits der Dörfer, ein geeigneter Badefluss findet sich immer, so schlummern wir seelenruhig bis uns die Morgensonne weckt. Nur die Kühe auf den nahen Weiden wundern sich über ihre neuen Nachbarn und bimmeln mit ihren Glocken um die Wette. Am Morgen liegt oft noch Nebel und Taureif über der verschlafenen Natur, daher hat die erste Radelstunde am Tag oft was märchenhaftes.

In den letzten Wochen waren wir, verhältnismässig, oft online um Emails zu schreiben und um damit unser Filmprojekt weiter voranzutreiben, inzwischen haben wir einen ersten Trailer über unsere Reise. Wer diesen noch nicht kennt, kann ihn hier anschauen!


Sobald es Neuigkeiten gibt oder wann das geplante Crowdfunding-Projekt genau startet, lassen wir es euch wissen.

An der zauberhaften Playa de Vega treffen wir Freunde aus der Heimat. Hannes, Jakob, Robert & Co. sind mit ihren VW-Bussen auf Surf-Tour und machen gerade die spanischen Stände mit ihren Brettern unsicher.

DCIM100GOPROGOPR4483.

Wir treffen die Profi-Surfer aus der Heimat. Es war uns eine Ehre!

Die Herbergen am Wegesrand sind nicht nur Treffpunkt sondern einfach auch praktisch. Die Sonne verschwindet und bis an die französische Küste, ganze 8 lange Tage, beherrscht Regen unseren Radalltag und wir sind froh für durchschnittlich 5€ p.P. ein Dach über dem Kopf zu haben. Gerade in der Nacht schüttet es oft wie aus Kübeln und an zelten ist beim besten Willen nicht zu denken. Graues, kühles Aprilwetter mitten im September, aber bekanntlich gibt es ja kein schlechtes Wetter, nur….. Die obligatorischen Schnarcher in den Unterkünften hellen die Stimmung nicht gerade auf, irgendeiner startet immer ein nerviges Nachtkonzert. In Kombination mit den quietschenden Stockbetten kann da die 9.Sinfonie von Beethoven nur schwer mithalten.

Die zahlreichen leerstehenden Immobilien passen zum tristen Regenwetter, die Immobilienkrise hat in Spanien grosse Wunden hinterlassen und viele Rohbauten stehen wir verwaiste Skelette in der Landschaft, Häuser welche neue Besitzer suchen gibt es unzählige.

2016-09-16-10-12-49

Regentag in Bilbao! Wir gehen ins Guggenheim Museum.

Bevor wir Seekrank werden, vor lauter Regenwetter und welligen Strassen, machen wir Pause in Bilbao und schauen uns das weltberühmte Guggenheim-Museum an. Picasso, Warhol und Co. sind ausgestellt, ein bisschen Kultur hat noch niemanden geschadet. Was allerdings alles als Kunst zählt lässt uns mit der Frage zurück: „Was ist eigentlich Kunst?“ Vielleicht haben wir zu wenig Phantasie und denken nicht abstrakt genug. Naja, liegt wohl im Auge des Betrachters, ist unsere Reise eigentlich auch eine Form von Kunst?

Die Supermärkte am Wegesrand werden zunehmend deutscher, Schwarzbrot, Senf und Saitenwürstchen erinnern uns zumindest stark an die Heimat. Aber auch die baskischen Spezialitäten, wie gekochter Tintenfisch, Serano-Schinken, Salami oder Käse sind jedesmal eine kurze oder auch längere Pause wert.

Wieder haben wir viele neue Freunden gefunden, Morten, Maria & Josef, Freddy, Jan, Martin, Robert, Aline, Felix, Amir, Matt, Hector, Alex, Matteo, Gabriel, Julien…. Danke, es war uns ein Fest!

Die massiven Pyrenäen stellen ein letztes Hindernis zwischen Spanien und Frankreich da. Gerade bei strömenden Regen und bei düsterem Himmel schaut das Steinmassiv doch sehr respekteinflössend aus. Allerdings findet die Straße immer ein Tal und so halten sich die Strapazen in den Pyrenäen in Grenzen, uns und unseren Rädern ist das recht. Kurz nach San Sebastian erreichen wir Irun den Grenzort zu Frankreich. In Irun endet auch der Camino del Norte, er war anstrengend, aber wir können diesen Weg nur jedem empfehlen. Buen Camino!

bildschirmfoto-2016-09-24-um-08-37-37

Bonjour France. 30000km später sind wir wieder hier!

Wir sagen also Adios N634, Tschüss Pyrenäen, Bye-Bye Spanien und BONJOUR Frankreich! Frankreich ist das erste Land auf unsere Reise, welches wir zum zweiten Mal auf unserer Tour befahren. Die Polizisten an der Landesgrenze lachen uns freundlich zu, vermutlich voller Mitleid da der Regen auch in Frankreich keine Gnade kennt. Immerhin fällt gleich am ersten Tag die 30.000km Grenze auch die Wetteraussichten der nächsten Tage hellen die Stimmung wieder auf.

Am zweiten Tag in Frankreich hat der Dauerregen endlich eine Ende und die ersehnte Sonne hat wieder Oberhand, das Zelt ist wieder unsere tägliche Herberge und wir geniessen die Sonnenstrahlen in jeder Minute. Die Nächte stehen unter dem Motto „Natur pur“, wir hören nur das Rauschen der Bäche und die Tiere welche durchs Unterholz flitzen. Erst als in der Ferne die Kirchturmglocken bimmeln verlassen wir unser Zelt und bauen schnell und routiniert ab, jeder Handgriff sitzt nach über 517 Tagen on Tour.

Es geht vorbei an riesigen Weinanbaugebieten, Maisäckern und Sonnenblumenfeldern, aber auch exotische Früchte wie Kiwis scheinen sich in Frankreich wohl zu fühlen. Auch hier kommt der Herbst mit grossen Schritten, Kastanien und fallende Blätter sind wohl auch hier die ersten Vorzeichen auf die neue Jahreszeit.

Kurz vor Toulouse werden die Straßen enger und der Verkehr nimmt stark zu. Nico wird auf der Schnellstraße von einer überholenden Golf-Fahrerin touchiert, kann das Rad aber gerade noch abfangen. Die circa 80-jährige Fahrerin ist danach am Boden zerstört und mit den Nerven am Ende, Glück gehabt. Jede Dorne und jeder Draht sucht sich weiterhin zielsicher Julians Hinterrad aus und inzwischen musste Plattfuß Nr. 36 geflickt werden, auch ihr ist inzwischen Routine Trumpf!

bildschirmfoto-2016-09-24-um-17-59-07

Halt Stop! „Das ist verboten!“.

Auf der N124 geht es weiter nach Toulouse. Erst ist die N124 eine gemütliche Schnellstraße, circa 30km vor Toulouse wird diese allerdings zur Autobahn. Wir finden uns, da es keinerlei Verbotsschilder gab, mitten auf der Stadtautobahn wieder. Es kommt wie es kommen muss, erst kommt die Autobahnmeisterei und nach weiteren 3 Km die Polizei. Wir hatten keine Möglichkeit umzukehren und befinden uns bereits auf der Ausfahrt als die „Gendarmerie“ uns mit eingeschaltetem Blaulicht überholt. Die zwei Ordnungshüter sind übel gelaunt, kontrollieren unsere Pässe und schreien rum wie die Wilden. Gott sei Dank lief die Kamera mit, wir bekommen die Pässe zurück mit den Worten „Solltet ihr noch einmal auf der Autobahn erwischt werden, ziehen wir die Räder ein und ihr lauft zurück nach Deutschland“! Ganz schön verspannt die Jungs in Frankreich, gibt es Terroristen auf Fahrrädern?

2016-09-23-17-49-53

Toulouse an der Garonne.

Mit Rädern erreichen wir jedenfalls die Universitätsstadt Toulouse und legen einen entspannten Ruhetag ein. Wir kommen bei Alex und Cathy unter, die 2 haben uns bei warmshowers.org eingeladen. Wir ziehen durch die Stadt, geniesse die Sonne im Park und an der gemütlich fliessenden Garonne, der Flair der Altstadt ist jung und leicht. Beim Rugby-Spiel Toulouse vs. Paris ist mächtig Stimmung und zeitgleich ist das Event ein schöner Abschied von der Stadt und unseren Gastgebern.

Die Heimat rückt näher, in 2-3 Wochen sollten wir wieder deutschen Boden unter den Reifen haben. Wir freuen uns darauf.

Danke fürs lesen und teilen unserer Berichte und Trailer, ihr hört von uns.

Viel Spass auf der Wiesn!

Julian und Nico.

Weitere Bilder findest Du in unserer Galerie.