Ecuador II – Galapagos-Inseln – Peru

Ecuador, Peru

Die Vorfreude auf unseren „Urlaub vom Urlaub“ und damit der Besuch auf den Galapagos-Inseln und das Zusammentreffen mit unseren Eltern ist gross. Unsere 7 Sachen sind schnell gepackt, die Räder sicher verstaut und Körper & Geist sehnen sich nach Ruhe und Erholung. Nach einer ausgiebigen nächtlichen Stadttour durch Guayaquil mit Lulu, der Nichte von unseren Gastgebern vor Ort, hebt der Flieger ab und bringt uns sicher ins Naturparadies Ecuadors.

Pelikane.

Flamingos.

Wir landen auf der Flughafeninsel „Isla Batra“ und reisen mit Bus, Boot und Pickup weiter auf die Hauptinsel „Isla Santa Cruz“, wo wir uns im Fischerort „Puerto Ayora“ ein Hostel nehmen. Schon am ersten Abend bekommen wir einen Eindruck was uns die nächsten Tage erwartet, selbst das Hafenwasser ist kristallklar und wir werden von Seelöwen, Pelikanen, Drachenechsen, Schildkröten & Co. begrüsst. Die nächsten Tage wandeln wir auf Charles Darwins Spuren, besuchen die gleichnamige Research Station und versuchen die Arbeit des britischen Naturforschers zu verstehen. Er gilt, auch heute noch, wegen seiner wesentlichen Beiträge zur Evolutionstheorie als einer der bedeutendsten Naturwissenschaftler überhaupt, Geschichte pur. An den weißen Sandstränden der „Playa Tortuga“ und „Playa El Garrapatero“ steht zwar der Badespass im Pazifik an erster Stelle, aber auch hier kommen wir mit dem Wildlife eng in Kontakt. Allgemein kommen wir den Tieren verblüffend nah, da die Tiere auf den Galapagos Inseln keine natürlichen Feinde haben. Auch der Mensch wird nicht als Feind wahrgenommen, die Tiere halten keine Fluchtdistanz, wie es z.B. auf Safaris in Afrika der Fall ist. Es hat beinahe den Anschein die Tiere beobachten den Menschen und nicht umgekehrt, die Tiere haben sich der Natur perfekt angepasst und manchmal sind diese, dank ihrer perfekten Tarnung, erst auf den zweiten Blick auszumachen. Da die Inseln sehr isoliert liegen, ist die Flora und Fauna absolut einzigartig. Zudem herrschen einmalige Umwelt- und Wetterbedingungen, einfach ein traumhaftes Fleckchen Erde.

Nico und Julians Eltern zu Besuch auf den Galapagosinseln.

Nico und Julians Eltern zu Besuch auf den Galapagosinseln.

Vater springt wie ein junger Hund in die Fluten des Pazifiks, Mutter übt sich fleissig als Fotografin und wir geniessen zusammen den Augenblick und die Ruhe. Für den Moment gibt es keinen Ort an welchem wir jetzt lieber wären.

Diese Schildkröte ist ca. 150 Jahre alt.

Diese Schildkröte ist ca. 150 Jahre alt.

Erst besuchen wir die mächtigen Riesenschildkröten (Tortugas Gigantes) im „Reserva El Chato“, welche teilweise weit über 200 Jahre auf dem Buckel haben, danach robben wir durch die unterirdischen Lavatunnels (Los Tunnels), welche 20m unter der Erde liegen und bis zu 600m lang sind. In der Mittagshitze springen wir in den Krater „Las Grietas“, das kühle Wasser der Badeschlucht ist bei der Hitze eine absolute Wohltat. Erst als die „Isla Santa Cruz“ ausgiebig erkundet ist geht es mit dem Boot für ein paar Tage auf die Nachbarinsel „Isla Isabela“.

Las Grietas. Eine tolle Abkühlung in der Mittagshitze.

Las Grietas. Eine tolle Abkühlung in der Mittagshitze.

Blaufusstölpel auf Isla Isabel.

Blaufusstölpel auf Isla Isabel.

„Isla Isabela“ ist zwar die grösste der Galapagos-Inseln, aber weniger bewohnt und daher noch ruhiger und natürlicher. Die Sandstrassen und das einfache gemütliche Leben strahlen eine tolle Urlaubsatmosphäre aus und die vielen Tiere, welche überall anzutreffen sind, machen diesen charmanten, paradiesischen Ort zu einer Oase. Wir wohnen im Örtchen „Puerto Villamil“, dieser eignet sich perfekt für unsere zahlreichen Expeditionen an die vielen Strände und ins wilde Hinterland. Auch hier wimmelt es vor Drachenechsen, Flamingos, Seelöwen, Pelikanen, Krebsen, Rochen, Land- und Wasserschildkröten, Haien, bunten Vögel wie den blaufüssigen „Boobies“ und Darwins Finken etc., langsam gehen uns die Superlative für dieses Naturparadies aus. Bei unseren zahlreichen Schnorcheltrips fühlen wir uns wie in einem gigantischen Aquarium, wir schwimmen mit Schildkröten, Haien, Stachelrochen & Co. Vor lauter farbenfrohem Leben unter und über Wasser geht das Zeitgefühl komplett verloren und die Tiefenentspannung übernimmt spätestens jetzt den Takt. Auch unsere Strandwanderungen und Spaziergänge ins Hinterland  z.B. in die Zuchtstation für Landschildkröten oder der „Wall of Tears“ sind die 120U$ Eintritt, welcher für den Besuch der Galapagos-Inseln fällig wird, und den eher teuren Flug absolut wert. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich, auf der einen Seite gibt es Lavagestein mit einsamen Kakteen auf der anderen Seite große, saftigen Wälder, welche an lichte Maienwälder erinnern, die fantastischen Strände nicht zu vergessen.

DSCF5318

Drachenechsen wo man hinschaut!

Unsere Reise ist ein Traum wie aus 1001 Nacht, wir schwimmen weiter auf einer tollen Welle und schreiben kräftig an einem einmaligen Kapitel unserer eigenen Geschichte. Die Geschichte unseres Planeten schreibt man nicht mal eben um, unserer eigenen Story können wir aber jederzeit neue, unvergessliche und spannende Zeilen hinzufügen.

Die letzten 2 Tage auf den Galapagos-Inseln werden die Füsse nochmals hochgelegt, damit wir wieder frisch in den Sattel kommen. Knapp 3 1/2 Monate sind es noch bis Rio, 3 1/2 Monate in den es noch mal gilt sich mit den Marotten der jeweils beiden Anderen zu arrangieren um unser gemeinsames Teamziel zu erreichen, ausgeruht für den letzten großen Abschnitt sollten wir jedenfalls sein, Körper und Geist fühlen sich bereit!! Weniger bereit zeigt sich der DFB, den Fussballbund hatten wir auch angeschrieben ob wir eventuell Tickets für das Olympische-Fussballturnier bekommen könnten. Ausser eine unpersönlich Standardabsage und ein Verweis auf eine Ticketagentur, haben die Damen und Herren sich keinen Zacken aus der schwarz-rot-goldenen Krone gebrochen. Wirklich schade!

Zurück in Guayaquil und damit auf dem ecuadorianischen Festland, heisst es Abschiedsnehmen. Mutter und Vater ziehen weiter Richtung Kolumbien, Mexiko und Kuba und wir suchen unseren Weg nach Peru. Danke, die Zeit mit Euch war ein Traum.

Auf dem Highway E-25 gibt es ein kleines Highlight, nach 20037km haben wir genau die Hälfte des Erdumfangs abgeradelt, eine halbe Weltreise also (der gesamte Erdumfang beträgt, laut Wikipedia, circa 40074km).

E25. Auf der Panamericana nach Peru.

E25. Auf der Panamericana nach Peru.

Es geht flach in Richtung Peru, schnell sind da Kilometer gemacht, links und recht leisten uns weiter riesige Bananen- und Kakaoplantagen Gesellschaft. Als wir am vorletzten Abend an einem Strassenimbiss sitzen und das einfache ecuadorianische Dorfleben geniessen wollen, wackelt die Erde. Ecuador verabschiedet sich mit dem stärksten Erdbeben seit 1979, dieses hat knapp 300 Todesopfer und zahlreiche Verletzte gefordert und war mit einer Stärke von 7.8 auf der Richterskala verheerend, in zahlreichen Provinzen musste Katastrophenalarm ausgerufen werden. Wir hatten Glück im Unglück, in unserer Region wackelte „nur“ die Erde für 30-45 Sekunden, danach war der Strom weg, aber ansonsten hielten sich die Schäden in Grenzen. Ein komisches Gefühl, wer schon einmal auf einer Hüpfburg für Kinder war, kann sich das wackelige Gefühl vielleicht am ehesten vorstellen. Für uns bleibt nur zu hoffen, dass die Opferzahl nicht weiter steigt und sich die Erde wieder beruhigt hat und die nächsten Überraschungen wieder von positiver Natur sind.

Nach 23 abwechslungsreichen Tagen in Ecuador verabschieden wir uns, 27.73€ p.P./Tag haben wir benötigt, der exklusive Aufenthalt auf den Galapagos-Inseln hat unser Tagesbudget etwas strapaziert, war aber jeden Cent wert. Danke Ecuador, Hola Peru!!!

DSCF5341

Peru. Land Nr. 19 auf unserer Fahrradtour.

Ruck-Zuck haben wir die nötigen Stempel im Pass und Peru heisst uns als 19tes Land unserer Reise am Tag 358 willkommen. Mit einem traumhaften und klarem Panoramablick auf die Anden geht es auf dem Highway 1A (Panamericana Norte) gemütlich dahin. Wie die geborenen Asphaltcowboys cruisen wir die Pazifikküste entlang, eigentlich ist alles perfekt, bis Julians Schaltung den Geist aufgibt. Ein gerissener Schaltzug und nix geht mehr!  Mit einem Motorradtaxi werden Ersatzteile besorgt, danach müssen wir uns ins komplizierte Rohloff-System reindenken, wir fummeln und basteln über 5 Stunden zusammen in der größten peruanischen Mittagshitze, erst am Abend steht der „Bock“ wieder einsatzbereit auf der Straße. Gutes Teamwork, jetzt können die Anden wieder kommen. Jeder Tag ist unberechenbar und meistens kommt es sowieso komplett anders wie gedacht!

Mancora ist ein beliebter und sehr lebhafter Backpackerort direkt am kilometerlangen Sandstrand gelegen, dort treffen wir auf unseren irischen Freund Eamonn. Eamonn haben wir in den Bergen Kolumbiens kennengelernt und für die nächsten circa 600km wird unser Trio nun zum Quartett, Eamonn wird uns die nächsten Tage begleiten.

Unser großes Abenteuer geniessen wir übrigens mit durchschnittlich 18.21km/h (Stand 20.04.2016). Unsere Gesamtkilometer belaufen sich inzwischen auf 20401km für diese sassen wir 1120.44 Stunden im Sattel, daraus resultiert unsere Durchschnittsgeschwindigkeit. Mit 18.21 Km/h um die Welt, die große Freiheit geniesst man eher gemütlich, die Welt ist schon schnelllebig und hektisch genug.

Danke für Eure zahlreichen Nachrichten zu unserem Wohlbefinden nach dem Erdbeben in Ecuador.  Wir hoffen das Aprilwetter in der Heimat wechselt bald in Sonnenschein pur. Wir melden uns in 14 Tagen wieder, bis dahin sollten wir die peruanische Hauptstadt Lima erobert haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Julian, Nico und Sandro.

Weitere Bilder findest Du in unserer Galerie.

Zurück in den Staaten, Washington und Oregon Coast

USA
DCIM100GOPROGOPR2040.

Hwy 101, Oregon Coast.

Der Abschied in Kanada fiel uns nicht leicht. Diese atemberaubende, endlose und einzigartige Natur mit ihren wilden Tieren und sympathischen Einwohnern hat es uns nachhaltig angetan. Das tolle Wetter in Alaska und in Kanada war das absolute „Zuckerl“ auf diesem Gesamtpaket und hat uns enorm überrascht, wir hatten überwiegend Sonnenschein und angenehme bis sehr heiße Temperaturen. In den letzten 2 Wochen haben wir unter anderem das moderne, quirlige Vancouver besucht und sind mit der Fähre auf Vancouver-Island gereist um dort einige Tage zu verbringen. Vancouver-Island bietet viel natürliche Schönheit, für unseren Geschmack war es aber etwas zu touristisch und daher auch sehr befahren.

DCIM100GOPROGOPR1898.

Ruhetag, eingeladen auf einem Hausboot inkl. Kajaktour.

Von Vancouver-Island aus haben wir Kanada endgültig verlassen und die Fähre brachte uns sicher in die USA, genauer gesagt nach Port Angeles im Bundesstaat Washington. Eine Radlergruppe aus Seattle hat sich uns für einen Tag angeschlossen, danach hatten wir genügend Tips für unsere weitere Route bis nach Kalifornien. Nur einige Tage später trafen wir auf Scott und David welche uns zuerst auf eine Bier und danach auf eines ihrer Hausboote einluden. Normalerweise werden diese an gut betuchte Touristen vermietet. Wir haben Glück und auch das Wetter spielte bei Temperaturen von über 32 Grad mit. Nach 2 Tagen auf besagtem Hausboot, einigen Kajak- und Wandertouren, unzähligen Stunden im Meer und im

Pool und 2 tollen BBQ-Abenden mit Scott und David machten wir uns wieder auf den Weg. Die Gastfreundschaft der Kanadier scheint sich grenzenlos fortzusetzen und die Amerikanern stehen in diesem Punkt auf gleicher Höhe. Schon am nächsten Tag wurden wir Abends von Joelle und ihrem Sohn Jayden eingeladen und durften im Garten zelten. Joelle ist aus Berlin ausgewandert und betreibt einen „German Store“ in South Bend, daher konnten wir kulinarisch auf die deutsche Küche zugreifen.

DCIM100GOPROGOPR2013.

Sonnenuntergang, Wildcampen bei Lincoln City.

In der Zwischenzeit haben wir Washington verlassen und haben uns, unsere Räder und unser Equipment nach Oregon „gestrampelt“, immer auf dem Highway 101. Die Westküste der USA ist wie die Reise in einem tollem Bilderbuch. Das Wetter erinnerte an England, da wir von Nebel bis Sonnenschein alles geboten bekommen haben. Die Tagestemperaturen liegen durchschnittlich bei circa 25 Grad, also optimal zum Fahrradfahren, vom Regen wurden wir bislang komplett verschont, nur Nachts wird es ziemlich kühl. Jeden Tag kommen wir südlicher, dementsprechend verändert sich auch die Küste und inzwischen fahren wir an endlosen Sandstränden vorbei. Leider ist der Pazifik eher frisch und unsere bevorzugten Schlafplätze sind nach wie vor Plätze am Fluss oder See und bislang wurden wir immer fündig. Die Strecke ist weiterhin hügelig und unsere Beine und Räder müssen ordentlich was leisten, an die kanadischen Berge und Täler kommen die paar Hügel aber lange nicht dran.

DCIM100GOPROGOPR1885.

The American Way of Life.

Sandro wird uns in San Francisco wieder komplettieren, er wartet bereits in Kalifornien. Jetzt sind wir genau 4 Monate und gute 7500km unterwegs, es ist erstaunlich wie unser grober Zeitplan genau aufgeht. Der nächste Report kommt aus Kalifornien, wo neue Abenteuer und mit Sicherheit einzigartige, verrückte und bunte Menschen auf uns warten.

Vielen Dank für die zahlreichen Nachrichten, da wir selten für länger Zeit online sind, können wir leider nicht auf jede Nachricht antworten, freuen uns aber über jede Einzelne.

Es bleibt spannend.

Grüße,

Julian, Nico und Sandro.

Kanada, ein Traum neigt sich dem Ende zu

Kanada

Hallo zusammen,

jetzt haben wir es wirklich beinahe geschafft und Kanada einmal komplett durchquert. Die letzten Wochen waren nochmals sehr intensiv und uns wurde psychisch und physisch nochmals einiges abverlangt, die letzte grosse Aufgabe in Kanada sozusagen. Wir können es nur immer wieder erwähnen, die Kanadier sind unheimlich gastfreundlich, wir wurden von unzähligen Menschen zum Essen, zum Campen im

DCIM100GOPROGOPR1239.

Kleiner Tipp vom Burns Lake.

Garten oder Übernachten im Haus, zum Fischen, zum Bier oder einfach nur auf einen gemütlichen Plausch eingeladen. Wir können uns gar nicht bei allen bedanken, aber bei Jake, Sherry, Terri und Kelly vom Rainbow Trailer Park, bei James samt Familie aus Houston, Judy vom Rose Lake, Jim und Sina aus Quesnel, Howard und Kathy vom McLeese Lake sowie Russell und Jennifer aus Squamish, wollen hiermit nochmals erwähnen.

Der Highway 97, Yellowhead Hwy., führte uns, von Smithers, entlang einer sich ständig wechselnden Natur immer weiter Richtung Süden. Der 97er war stark befahren, daher wurde uns höchste Konzentration abverlangt, dass ständige auf und ab bei extrem schwülen Temperaturen machte die Sache nicht einfacher. Die abwechslungsreiche Natur entschädigte aber für alle Strapazen. Falls wir nicht, wie oben erwähnt, bei Einheimischen campen konnten, fanden wir an unberührten See und Flussabschnitten meist ein geeignetes Plätzchen für die Nacht.

An unserem 100sten Reisetag, wurde die 6000km Marke geknackt, Im Durchschnitt fahren wir also 60km am Tag (Ruhetage eingerechnet), ohne Ruhetage sind es circa 77km. Wir sind äusserst zufrieden mit diesen Werten, bedenkt man unser Gesamtgewicht von etwa 160kg (Fahrrad, Ausrüstung und Fahrer), die ständig wechselnden Wetterverhältnisse und das Profil der Strecke welches uns über Stock und Stein bzw. Berg und Tal geführt hat.

Da wir uns entschieden hatten, auf Rat von unzähligen Kanadiern und Reisenden, über die Berge nach Vancouver zu gelangen, verlassen wir den Highway 97 und biegen auf den 99er, den Duffey Lake Highway ab. Im Talkessel haben wir Temperaturen von über 40 Grad und das Höhenprofil zeigt stark nach oben. Tagsüber schmelzen wir beinahe dahin, soviel können wir gar nicht trinken. Die Landschaft ist

DCIM100GOPROGOPR1718.

Bald geschafft! Duffey Lake Hwy.

ausgetrocknet und erinnert eher an Teile Australiens wie an Kanada, der Highway ist eng und jeder Überholvorgang wird zum Nervenkitzel. Über Lillooet suchen wir unseren Weg nach Whistler, das Mekka der Snowborder und Skifahrer. Whistler liegt mit knapp 800m überraschend niedrig, aber der Weg dorthin führte uns mehrmals in tiefe Schluchten und wieder den Berg hinauf. Allgemein haben wir in den letzten 2 Wochen über 17000!!!! Höhenmeter gemacht, das entspricht 2x dem Mount Everest. Da Whistler 2010 der Gastgeber für die Olympischen Winterspiele war und wir mit Rio 2016 eventuell die Sommerspiele besuchen wollen, nutzen wir die Chance und schnuppern olympische Atmosphäre.

Von Whistler geht es gemütlich runter bis Squamish wo wir auf Meerebene

DCIM100GOPROGOPR1767.

Whistler Medal Plaza, Host of the Winter Games 2010

ankommen. Nach gut 4200km quer durch Alaska und Kanada sehen wir daher zum ersten Mal wieder das Meer, ein Traum. In Squamish legen wir bei Russell und Jennifer einen gemütlichen Ruhetag ein. Squamish war, wie unserer Gastgeber, erzählen, Filmkulisse für einige grosse Hollywood Produktionen, so wurde u.a. Teile der „Twilight“ und „Starwars“-Filme hier gedreht. Allgemein hat der Ort eingebetet vor den Toren Vancouvers und dem Nobelskiort Whistler einiges zu bieten. Die weltweit grösste Population von Weißkopfseeadlern ist hier genauso beheimatet wie der Ausgangspunkt zu tausenden Wanderwegen in die kanadische Wildnis.

Die Route der nächsten Tage wird Nico und mich weiter über Vancouver-Island nach Port Angeles/USA führen wo wir in einigen Tagen wieder auf Sandro treffen sollten. Sandro hatte sich in Kitwanga bekanntlich für die „Vancouver-Island“ Route und eine längere Fährfahrt entschieden, daher ist er bereits vor mehreren Tagen in die USA eingereist.

Bedanken möchten wir uns an dieser Stelle nochmals bei allen Sponsoren und Gönnern, wir wurden mit hervorragendem, funktionalen Produkten ausgestattet. Nicht nur die tollen TX1000 Fahrräder der Fahrradmanufaktur, sondern auch unsere Merino-Bekleidung von Kaipara, unsere Radtaschen von Globetrotter und unsere

DCIM100GOPROGOPR1731.

Julian und Nico am Joffre Lake.

Solarequipment von Goal-Zero sind im Dauergebrauch sondern auch die Helme und Sonnenbrillen von UVEX, die Fahrradcomputer von VDO und die Radbekleidung von Erdinger Alkoholfrei und viele andere Produkte machen uns das reisen wesentlich leichter und sicherer. In der Zwischenzeit haben wir auch unser Zelt reparieren können, danke für die tolle Unterstützung.

Die letzten Meter in Kanada werden morgen angegangen und wir freuen uns, nach dieser langen Fahrt durch den Riesenwald, auf den kommenden Abschnitt und damit auf die USA und die Wiedervereinigung des Trios.

Sportliche Grüße,

Julian, Nico und Sandro.

Weitere Bilder findest Du wie gewohnt in unserer Galerie.

Von Alaska nach Kanada

Alaska/USA, Kanada

Hallo zusammen,

DSCF2591

Julian und Nico haben Kanada fest im Griff.

schon wieder sind 2 aufregende Wochen vergangen in welchen einiges passiert ist. Bei Rekordtemperaturen verlassen wir, ausgestattet mit Proviant für 10 Tage, Fairbanks/Alaska in Richtung kanadische Grenze. Leider lodern, durch die hohen Temperaturen mit über 40 Grad, einige Buschfeuer. Da wir eingekreist sind von gleich mehreren Feuern und der Wind ständig dreht, müssen wir uns auf die Auskünfte der Bevölkerung verlassen und radeln weiter, durch den dichten Rauch sind die Sichtverhältnisse eher beschränkt und es fährt eine gewisser Nervenkitzel mit. Nach 2 Regennächten sind die Feuer schneller unter Kontrolle als erwarten und wir fahren beruhigter durch eine unvergessliche Natur.

DSCF2610

Sandro’s Süßigkeiten locken den Grizzly aus dem Wald.

Immer häufiger bekommen wir Besuch von Wildtieren, egal ob Grizzly, Schwarzbären, Elche, Stinktiere, Weißkopfseeadler, Kojoten etc. inzwischen waren wir allen recht nah. In Kanada sind wir Ende Juni angekommen und haben gestern Whitehorse erreicht, wo wir die 4000 Kilometer Marke knackten. Kanada macht uns das campen im „Busch“ ähnlich einfach wie Alaska, es findet sich immer ein geeigneter Bade- und Zeltplatz und das Wetter spielt uns regelmässig in die Karten, so hatten wir bislang nur Nachts einige kleinere Wolkenbrüche. 28 Tage sind wir nun bereits in Alaska/Kanada unterwegs bei 28 Übernachtungen fanden wir

DCIM100GOPROGOPR1036.

Wildzelten am Pickhandle Lake.

19 x einen Platz in der Natur, 6 x gönnten wir uns einen Campingplatz und 3 x wurden wir eingeladen in einer Scheune zu übernachten, so kann es gerne weitergehen. Egal wo wir auftauchen interessieren sich Menschen für unsere Tour, bieten uns Lebensmittel an, lassen uns übernachten und helfen uns weiter, in dieser Hinsicht scheint unsere Tour unter einem sehr gutem Stern zu stehen, tolle Begegnungen haben wir bereits machen dürfen und freuen uns auf die kommenden.

DSCF2639

Das Trio am Kluane Lake/Kanada.

In Whitehorse füllen wir unsere Vorräte auf, waschen Wäsche, erledigen kleinere Wartungsarbeiten und relaxen für 2 Tage. Die nächsten Wochen werden wohl etwas hügeliger und die Möglichkeiten unsere Lebensmittel aufzufüllen sind eher rar, es geht knapp 3000 Kilometer quer durch den Wald. Gerade die grossen Entfernungen und die endlosen Wälder, die riesigen Seen und die strömenden Flüsse geben uns den Eindruck das hier alles einfach unendlich ist. Jeder Tag ist etwas Besonderes und hält Überraschungen bereit, wir lassen uns auf einer tollen Welle treiben und freuen uns auf unsere täglichen großen und kleinen Abenteuer.

Die letzten beiden Wochen radelte Philipp weiter mit uns mit, eventuell wird das Trio

DCIM100GOPROGOPR1059.

Unser Camp und Philipp am Kluane Lake, welcher herrlich erfrischend war.

noch für einige Kilometer ein Quattro bleiben.

Bislang liegen wir extrem gut in unserem grobem Zeitplan und sollten in circa 6 Wochen sollten wir in Washington sein und somit wieder auf amerikanischem Boden.

Weiterhin vielen Dank für die zahlreichen Nachrichten auf unserer Homepage und bei Facebook, leider ist es uns nicht möglich alle zu beantworten, da die Möglichkeiten online zu gehen aus geografischen Gründen eher beschränkt sind. Dennoch freuen wir uns über jede Nachricht, jeden Kommentar und all die „Likes“. Danke!

Schöne Grüße aus Kanada,

Julian, Nico und Sandro.

Weitere Bilder findest Du hier.

Alaska 37°Celsius

Alaska/USA
DCIM100GOPROGOPR0783.

Trio for Rio in Alaska – Mark holt uns ab.

Alaska, wir sind mit einer holprigen Landung in Nordamerika angekommen, doch nicht wie die Landung erahnen lässt verlief unsere bisherige Reise durch Alaska durchaus positiv.

Über ‚Gummi‘, den wir in Island kennengelernt haben, trafen wir seinen Verwandten ‚Mark‘ in Anchorge.

Er hieß uns Willkommen mit einen großen ‚Trio for Rio Schild‘ und fuhr uns mit seinen riesigen Truck auf einer kleinen Sightseeing Tour durch die Stadt zu seiner Lagerhalle, in der wir die folgenden drei Nächte verbrachten. Er und seine Familie zeigten uns einige tolle Restaurants, Bars und weitere tolle Orte.

Gestärkt von klassischen American Breakfast, Burgern, Bier und Hot Dogs fuhren wir schon in unseren ersten Tagen in Alaska mit einen Fischerboot zum Lachfischen.

Nach drei super Tagen in Anchorage verließen wir bei strahlendem Sonnenschein die Stadt  zuerst auf dem Alaskan Highway 1, dann auf dem Highway 3 in Richtung Fairbanks.

DCIM100GOPROGOPR0826.

Old Trappers Cabin im Denali Nationalpark.

Es dauerte nicht lange bis der rege Stadtverkehr sich in einzelne Fahrzeuge aufteilte, so hatten wir den Highway meist für uns und konnten dadurch besser die atemberaubende Landschaft mit vielen Seen, Flüssen und endlosen Wäldern genießen.

Bei Rekordtemperaturen von teilweise 37° Celsius nutzen wir jede Möglichkeit unsere Wasservorräte aufzufüllen und jeden Creek um sich abzukühlen.

Mit einem Waldbrand im Rücken fuhren wir über Wasilla und einer ‚English Tea Pause’  am See in Willow direkt auf den Mt. Kinley, der höchste Bergs Nordamerikas, nach Talkeetna zu.

DCIM100GOPROGOPR0885.

Sandro beim Rafting in Talkeetna.

Nach einem zu erst enttäuschenden Eindruck des sehr touristischen Dorfes entwickelte sich der Abend am Fuße des Mt. Kinley zu einem unvergesslichen Abends.

Wir fuhren mit James, ein Boots-Tourguide der am Abend nicht genug von seinem Job hatte und seinen Freunden in einem Schlauchboot den Fluss entlang.

An Biberbauten, durch Stromschnellen und weiteren Biberdämmen fuhren wir mit einer lustigen Gruppe ca. 2 Stunden den Fluss runter bis zurück an unseren Zeltplatz.

Im beeindruckenden Danali Nationalpark, trafen wir Philipp, einen deutschen Radler DSCF2393der auch in Richtung Südamerika unterwegs ist, so fuhren wir zu viert weiter den Alaskan Hwy. 3 über Healy, Nenana bis nach Fairbanks.

Neben einer atemberaubender Tier- und Pflanzenwelt, beeindruckt uns die unglaublich Gastfreundschaft der Amerikaner.

Unsere 55 tägige Zeit, mit über 3000 gefahrenen Kilometern, der Vorbereitung und Anreise zu legendären längsten Straße der Welt, die Panamericana ist somit abgeschlossen und die Reise kann nun richtig beginnen. Die nächsten Wochen fahren wir auf dem Alaskan Highway 1 in Richtung Süden, wo wir bald Kanada erreichen sollten.

Für weitere Alaska Bilder bitte in der Galerie nachschauen.

Island, Land der Extreme

Island
DCIM100GOPROGOPR0413.

Nachts um 3 Uhr, Island schläft im Sommer selten.

Die letzten 10 Tage waren wir einer beeindruckenden Natur extrem nahe und spürten die Urkraft dieses Planeten. Aktive Vulkane, uralte Lavafelder, rauschende Wasserfälle, dampfende Erde, heisse Quellen, raue See und das Alles bei gut 22 Stunden Tageslicht.

DCIM100GOPROGOPR0322.

Sandro und Nico trotzen dem Wind und der Kälte.

Der Wind machte uns bei kühlen 4 – 11 Grad dasLeben, gerade auf dem Rad, oft nicht einfach. Die beeindruckende Gastfreundschaft der Isländer wird uns allerdings lange in Erinnerung bleiben, egal ob wir ein Quartier für die Nacht brauchten oder einfach nur nachdem Weg fragten, es wurde uns immer wie selbstverständlich geholfen.

11391118_10203980245696345_190668056579767610_n

Weltweiter Wegweiser, gebaut vom Trio for Rio

Einige Tage lebten wir auf einer kleinen Farm mit Campingplatz komplett kostenlos, im Gegenzug halfen wir beim Bau eines neuen Schuppens und erbauten einen „weltweiten Wegweiser“. Unser Gastgeber gaben uns einen Einblick in das harte aber herzliche Familienleben, liessen uns an isländischen Traditionen teilhaben und zeigten uns Orte, welche der normale Tourist nicht unbedingt zu sehen bekommt.

Island war ein toller Trip, die nächste Station ist Alaska, wo wir heute noch landen werden.

Weitere Bilder von Island findest Du in unserer Galerie.