Italien II – Schweiz – Deutschland (2) – Schwabenland

Deutschland, Italien, Schweiz
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Der Genfer See in der Schweiz, unser Land Nr. 29.

In Turin muss eine Entscheidung her, die Wolken hängen tief, es regnet und die Temperaturen werden stündlich kühler. Die Schneefallgrenze hatte sich bei knapp über 1000m eingependelt, keine tollen Aussichten auf unsere bevorstehende Alpenüberquerung. Wie es der Zufall so will kommen unsere Eltern gerade mit ihrem Wohnmobil aus dem jährlichen Griechenland-Urlaub. Kurzerhand nehmen die Beiden einen längeren Umweg in Kauf und laden uns samt Rädern ein. Wir werden also über die Alpen chauffiert, wer über 280.000 Höhenmeter in den Beinen hat, darf sich diesen Luxus mal gönnen. Das Felsmassiv der Alpen und die gigantischen Schluchten sind beeindruckend, wir geniessen dieser Eindrücke aus für uns ungewohnter Perspektive, vom Beifahrersitz aus. Am Genfersee haben wir die kritische Region hinter uns und es geht bei, weiterhin kühlen, Temperaturen wieder per Rad weiter durch unser Land Nr. 29.

Nachts wird es sehr kalt, doch Hotels sind viel zu teuer. Deshalb zelten wir.

Gleich die erste Nacht in der Schweizer Wildnis wird eine der kältesten unserer gesamten Reise, der ständige Nieselregen in den folgenden nächsten Tagen macht die Sache nicht besser. Mit steifen Gliedern und tauben Fingern kämpfen wir uns am Genfersee entlang bis Lausanne. Die Schweiz ist unverhältnismäßig teuer, so beschliessen wir absolut low-budget durch die Alpenrepublik zu radeln und möglichst kein Geld auszugeben. Unsere Zeltnächte am kristallklaren Genfersee sind zwar bitterkalt, dafür glitzern die Sterne am Himmel um die Wette. Einen schöneren nächtlichen Ausblick hat man aus den protzigen Villen rund um den See sicher auch nicht.

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Zufällig kommen wir beim IOC vorbei. Begeistert erzählen wir von unserer Reise und stossen auf taube Ohren.

In Lausanne sitzt der IOC (Internationales Olympisches Komitee), mit unserer Geschichte im Gepäck dürfen wir kostenlos ins Olympia Museum. Ansonsten zeigen sich die Anzugträger wenig beeindruckt von unserer Reise zu den Olympischen Sommerspielen 2016, den eher biederen Eindruck und das steife Image des IOC behalten wir daher bei.

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Minus 3 Grad. Warm anziehen und auf die Zähne beißen.

Der strahlend blaue Himmel täuscht etwas, die Luft ist zwar klar aber die Kälte ist schneidend. Wir verabschieden uns vom größtem See der Schweiz mit dem Ziel Bern, der Hauptstadt des Landes. Die Kilometer ziehen sich, der Wind bläst von vorne und die Temperaturen fallen auf zapfige 5-7 Grad, in der Nacht sind wir unter dem Gefrierpunkt. Frederic und Adriana haben Mitleid und nehmen uns für eine Nacht auf, die Schweiz ist zwar teuer, aber die Menschen haben ein großes Herz. In den nächsten Tagen werden wir häufig zum übernachten, zum aufwärmen oder zum Abendessen eingeladen, danke.

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Bern. Eine sehr schöne Stadt. Foto: Stelian Pavalache.

nDie Schweiz macht ihren Klischees alle Ehre. Auf den Weiden bimmeln die Kühe vor sich hin, Käsereien gibt es wie Sand am Meer und es geht natürlich (nur) auf und ab. Ab Bern wir wieder deutsch gesprochen, wir brauchen eine Weile bis wir aufhören automatisch auf Englisch zu antworten. Mit der Schweiz waren wir jetzt übrigens in allen 4 Ländern in welchen Deutschland Fussball-Weltmeister wurde, alle 4 Länder auf dieser Reise, alle wurden mit dem Rad erobert. Andere sammeln Pokemon’s mit ihren Smartphone’s, wir sammeln WM-Sterne mit dem Fahrrad. Mission erfolgreich gemeistert.

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Ranjit Singh Masuta lädt uns zum Essen und Übernachten ein. Vielen Dank.

Die Schweizer beeindrucken uns mit ihrer lockeren Art und ihrem wunderbaren Dialekt. Mit Malika, Cyrille und der bunten Großfamilie von Ranjit Masuta und einer Frau Uma Shakoor haben wir umwerfende Menschen mit z.T. unglaublichen Lebensgeschichten kennenlernen dürfen und hatten jede Menge Spass. Ranjit und seine  Familie retten uns vor einer kalten Regenacht, wir werden in ihr „Hotel Langenthal“ und ihr indisches Restaurant eingeladen, grossartige Menschen treffen wir dort in einem tollem Naturparadies. Julian bleibt sich treu und die Plattfußstatistik wird weiter fleissig ausgebaut, geschlagene 40(!!!) Plattfüsse stehen bereits in der Statistik, Nico liegt gerade mal bei der Hälfte und damit bei 20.

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Deutschland ist in Sichtweite. Hier am Dreiländereck in Basel.

Auf dem Weg nach Basel heisst es: Jacke an, Jacke aus, das Herbstwetter weiss anscheinend selten was es will! Andreas von der Basler-Zeitung lädt uns in seine Stadt ein, seine Frau On-Uma bekocht uns königlich. Die Basler-Zeitung bekommt ein Interview und wir eine tolle Stadttour durch die Altstadt bis hin zum Dreiländereck. Übrigens haben wir es geschafft und in der Schweiz kein Geld liegen lassen. Als Belohnung für uns Durchhaltevermögen gönnen wir uns allerdings am letzten Abend ein Fussballspiel zwischen dem FC Basel vs. Luzern, tolle Stimmung. Erwartungsgemäss gewinnt Basel mit 3-0, so lassen wir kurz vor der deutsche Grenze doch noch Geld liegen, mit umgerechnet 2,14€ p.P/Tag zählt die Schweiz aber zu unseren billigsten Reiseländern. den Artikel der Basler-Zeitung findet man hier: Zeitungsartikel in der BZ

Am Tag 539 radeln wir also wieder über deutschen Boden, die Sonne begrüßt uns mit einem herrlichem Herbsttag. Beinahe könnte man meinen die Heimat hätte uns vermisst und strahlt vor Freude als wir gen gigantischen, aber dennoch gemütlichen Rhein entlang rollen.

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Mit Sonnenschein pur empfängt uns Deutschland wieder.

Die erste Nacht auf deutschem Boden wird natürlich gezeltet, der Sprung in den Rhein ist ein kühle Angelegenheit und wir kriechen sofort in unsere dicken Daunenschlafsäcke. Am nächsten Tag wechseln wir mehrmals zwischen Deutschland und der Schweiz hin und her, je nachdem welche Rheinseite den besseren Radweg bietet. Spätestens als wir unser „Schwäbisches Meer“ bzw. den Bodensee erreichen, wird klar: Wir sind zurück!!!!! Die Heimat hat uns wieder und es gibt auch gleich einen weiteren Grund zu feiern, die 32.000km unsere 20.000Meilen sind voll, was für eine Zahl.

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Das „Schwäbische Meer“, der Bodensee.

In Konstanz werden wir von Jelena mit einem gigantischen Maultaschen-Essen begrüßt, 11 Maultaschen pro Kopf werden verdrückt. Am nächsten Tag gehts zur Tante und Onkel auf die andere Seeseite, wir werden herzlich begrüßt und es ist ein geschichtenreiches Wiedersehen. Auf dem Weg in unsere Geburtsstadt Tübingen warten mehrere Zeitungen auf uns und wollen Details zu unserer „kleinen“ Rundreise wissen. In Sigmaringen werden wir von Timo beherbergt, in Dusslingen übernachten wir bei Yvonne und Daniel nach unserem gratis Haarschnitt von “Rösener Schnittpunkt“ und unsere Schwester begrüßt uns in ihrem Häuschen in Nehren.

Tübingen ist die erste Stadt auf unserer Tour welche wir zweimal besuchen, hier schliesst sich der Kreis. Die Lokalpresse wartet, das SWR-Radio fängt uns vor dem Rathaus ab und von den Radio-Kollegen von „Das Ding“ werden wir interviewt und gefilmt. Weiter geht es nach Rottenburg, hier sind wir zu Schule gegangen, das „Schwäbische Tagblatt“ ist vor Ort und das Eiskaffee „Rino“ spendiert neue Fahrradtrikots und Radelhosen, was für ein Empfang bei Sonnenschein und milden Temperaturen!

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Was ein Empfang. Vielen Dank!

Ganz grosse Kino erwartet und in unserer Heimatgemeinde Hailfingen. Familie, Freunde, Nachbarn und Neugierige erwarten uns in unserer Rosengartenstraße. Die Ortsvorsteherin Sabine Kircher und der Rottenburg Bürgermeister Thomas Weigel beglückwünschen uns, unzählige Hände wollen geschüttelt werden und unsere Geschichte wir bis zur Heiserkeit erzählt. Es ist der absolute Wahnsinn, danke an alle die vor Ort waren, danke für die vielen Leckereien und die wunderbaren Plakate. Es war uns eine Ehre!! Die Party geht bist spät in die Nacht und auch der folgende Samstag wird mit Familie und Freunden durchgefeiert, es ist gleichzeitig Vater’s 66. Geburtstag.

Den Artikel vom Tagblatt gibt es hier.

Wir hatten keine Vorstellung was alles zwischen Tübingen und Rio liegt und passieren wir, jetzt sind wir um eine großartige Erfahrung reicher. Wir sind froh ohne Reiseführer gereist zu sein und wenig über die jeweiligen Länder gelesen zu haben. So haben wir viel mehr über Land und Leute erfahren. Wir waren offen für neues und haben so authentische Einblicke in den Alltag der Menschen bekommen.

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32213 Kilometer. Vielen Dank an euch alle für eure Unterstützung! Helft uns jetzt bei unserem Film-Projekt! Danke.

Wie geht es weiter? Am Dienstag, den 25.10.2016 sind wir um 18.30Uhr live beim SWR in Stuttgart bei der Landesschau. Dort stellen wir auch unser Crowfunding-Projekt vor, unser Traum vom Film lebt und wir brauchen Eure Unterstützung. Danke!!

Danach radeln wir nach München weiter, die Preysingstraße 19 sollten wir am 31.10.2016 gegen 16h erreichen. Wir freuen uns auf Euch!

Danke für den grossartigen Empfang im Schwabenland! Ein Traum, ein Ziel, alles Kopfsache!!!!

Mit sportlichen Grüßen,

Julian und Nico.

Weitere Bilder findest Du in unserer Galerie.

Olympia 2016 – Rio de Janeiro – Brasilien IV

Brasilien
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Tolles Grafiti.

Rio es war uns eine Ehre!! Die Olympischen Spiele sind vorbei und wir hatten viel Spass in dieser tollen Stadt am Zuckerhut, die Spiele waren ein absolute Highlight am Ende unserer gemeinsamen Reise und das perfekte Ziel. Die Menschen, egal ob Einheimische, Sportler oder Touristen waren der absolute Wahnsinn und haben uns inspiriert und fasziniert. Mit der vielen Energie welche versprüht wurde kann man etliche Elektrizitätswerke einsparen!

Wir wohnen in einem zentralgelegenem Viertel zwischen Olympiastadion und Copacabana. Santa Teresa ist der ideale Platz für uns um Olympia hautnah zu erleben, aber auch um die zahlreichen Sehenswürdigkeiten Rios einfach zu erreichen. Unser Viertel hat viele kleine Gassen, es ist bunt und unzählige Straßenhändler zieren das Straßenbild und machen diesen Ort sehr lebendig und liebenswert.

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Live in der ARD. 3 Uhr in Rio, 8 Uhr morgens in Deutschland.

Der Medienrummel rund um unseren Zieleinlauf an der Copacabana war enorm, inzwischen haben über 80(!!) verschiedene Medien über uns und unseren „Fahrradausflug“ um die halbe Welt berichtet. Ein absolutes Highlight war natürlich unser live Auftritt in der ARD-Sportschau, nachts um 00.30h werden wir von einem Shuttelservice abgeholt. Wir werden am olympischen Dorf vorbei, via Schnellstrasse welche nur von Sportlern und Sponsoren genutzt werden darf, zum Medienzentrum gefahren. Zig Kontrollen werden passiert, Militär steht an jeder Ecke, 2 Pressausweise baumeln um unserem Hals, wir müssen in die Maske und um 3.15Uhr sitzen wir live bei Michael Antwerpen und Jessy Weller auf der ARD-Couch! Großes Kino für uns und das alles um 3 Uhr in der Nacht, was für eine unvergessliche Geschichte!!

Franziska van Almsick findet unsere Story „unglaublich“, der Beckenbauer-Manager Höfl hört gespannt zu und findet es eine „Hammergeschichte“! Diese Reaktionen sind keine Seltenheit, egal wo wir auftauchen treffen wir auf faszinierte Menschen und müssen viele neugierige Fragen beantworten. Im Deutschen Haus sind wir Ehrengäste des DOSB wir treffen Persönlichkeiten wie die Gold-Reiter und unzählige weitere Medaillenträger, Dr. Müller-Wohlfahrt, Gerhard Delling, DFB-Präsident Herr Grindel und seine Delegation, Funktionäre, Sponsoren, diverse Reiche & Schöne, alle wollen Details von unserer abenteuerlichen Reise hören, es ist  für uns wie im Märchen. Dabei haben wir doch nur 15 Monate sehr intensiv gelebt, eigentlich nichts besonderes, oder? Leben die Menschen nicht? Erfüllen sich zu wenige ihren Traum? Steckt die Abenteuerlust und Neugier nicht in allen Menschen? Naja, wir berichten jedenfalls und unserer Geschichte können wir jetzt in 3 Sprachen und zu jeder Uhrzeit aufsagen.

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Beachvolleyball an der Copacabana. Ein 12.000 Zuschauer fassendes Stadion aus Gerüststangen.

Wir schauen uns die Spiele in Ruhe an, am Ende waren wir beim: Beachvolleyball an der Copacabana, beim Basketball, beim Tischtennis-Finale der Frauen, 2x bei den Leichtathleten im Olympiastadion, 2x beim Hallenvolleyball der Männer, beim golden Fussball-Finale der Frauen im Maracana und der krönende Abschluss war für uns das Fussball-Finale der Männer im ausverkauften ehrwürdigen Maracana. DERTOUR und Audi haben uns 2×3 bzw. 1×3 Tickets gesponsert, wir sagen danke.

Die Reaktionen der Medien auf unsere Ankunft in Rio hat uns selbst überrascht, in den letzten Tagen stand das Telefon selten still. Radios wollten ein Interview, TV-Anstalten wollten einen kurzen Trailer drehen und Zeitungen aus aller Welt wollten sich mit uns treffen. Turbulente Welt, ein Kontrastprogramm zu unserer eher ruhigen Zeit die Monate zuvor auf unseren Rädern und in den abgelegensten Winkeln dieser Erde. Wir bedanken uns für das tolle Feedback welches wir bekommen haben und freuen uns das unsere sportliche Leistung, gerade von vielen Spitzensportlern und Sportreportern, gewürdigt und anerkannt wurde. Merci!

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Corcovado.

Trotz des ganzen Rummels um unser Trio kommt die Entspannung natürlich nicht zu kurz. Die Copacabana wird ausführlich getestet, der Zuckerhut wird erobert und auch die weltberühmte Christus Statue, der Corcovado, wird besichtigt. Die Parks und die Promenaden sind toll angelegt und so spazieren wir oft ohne konkreten Plan durch die City und beobachten das bunte Treiben der Menschen aus aller Welt. Wir lassen uns treiben, wie wir uns die letzten 15 Monate durch 24 Länder treiben liesen, ein schönes Gefühl ohne Zwang und Drang. Daniel, unser Freund aus der Heimat, studiert hier in Rio und zeigt uns die interessantesten Party-Locations und die Favelas in den Hügeln Rios. Rio sprüht voller Energie, die Menschen haben Samba im Blut und machen die Nacht zum Tag und das 24/7. Wir erleben die Menschen in Rio als tolle, offene Gastgeber, gerade Abseits der Touristenmassen zeigt sich Rio von seiner schönsten Seite, irgendwo steigt immer eine Party oder die Menschen sitzen beim gemütlichen Bierchen zusammen.

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Letzter gemeinsamer Abend! Adios Sandro.

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„Die Reise ihres Lebens“.

Nach 474 gemeinsamen Tagen macht Sandro sich auf den Heimweg zurück nach München. Mit Rio war unser Teamziel erreicht und wir sind alle drei wahnsinnig stolz dieses ferne Ziel als Trio erreicht zu haben. Auf Sandro warten Aufgaben im München, welche sich leider nicht länger haben aufschieben lassen. Nach einer dicken Abschiedsfeier macht er sich also auf den Weg und ist inzwischen gut in München gelandet. Wir sagen Tschüss und danke für eine geile Zeit auf unserm Trip von München nach Rio. Der Müncher-Merkur bringt uns mit der Headline „Die Reise ihres Lebens“ aufs Titelblatt und so wird Sandro gleich am Münchner Flughafen mit seiner eigenen Story empfangen.

Ja, was sollen wir sagen? Inzwischen ist ein Film über unsere Reise konkret geplant. Thomas Köke von der Filmhochschule Bremen kommt extra wegen uns aus Deutschland eingeflogen und dreht mit uns 6 Tage an verschiedenen Orten rund um Rio und natürlich auch direkt in der „City of God“. Hauptsächlich werden Interviews geführt und wir erzählen quasi unsere Geschichte nach, das gesammelte Filmmaterial der letzten 15 Monate muss gesichtet werden und daraus soll in einigen Monaten ein Film entstehen. Da die Produktion eines Filmes viel (sehr viel) Geld kostet geht in den nächsten Wochen wohl ein Crowdfunding-Projekt an den Start. Die ersten Trailer werden bald online sein und wir halten euch weiterhin auf trioforrio.com und auf unserer Facebook-Seite auf dem Laufendem. Wir bedanken uns bei Thomas für die schöne Zeit hier in Rio und seine Geduld mit uns, wir haben größten Respekt vor deiner Energie und deinem scheinbar unstillbaren Tatendrang. Danke!

Inzwischen haben wir dem Deutschen Haus Besuch Nr.2 und 3 abgestattet. Die Olympische Familie hat uns gut aufgenommen und ist sehr feierfest und lädt zu ausufernden Partys. Der Starpianist Lang-Lang spielte auf und die Sportler geniessen ihre Olympiade in einer einmaligen Location direkt am Meer und bei einer wunderbaren Atmosphäre. Das Buffet muss sich nicht verstecken, nach unzähligen Abenden mit Spaghetti & Tomatensosse fühlen wir uns wie im Schlaraffenland, auch die Bar bietet zahlreiche exotische Alternativen zum  üblichen Leitungswasser.

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Nach der Sektdusche gratulieren auch wir Horst Hrubesch.

Abend Nr. 3 gehört eindeutig den Fussballern, die Gold-Mädels und die Silber-Männer sind vor Ort und reissen die Hütte beinahe ab. Lars Bender meint zu unserer Reise „Ihr habt doch nen Lattenschuss!“, Timo Horn, Davie Selke, Nils Petersen & Co. wollen Details und sind jetzt weitere prominente Unterstützter und Freunde unseres Filmprojekts „Trio for Rio“! Horst Hrubesch und Hansi Flick sind begeistern und der Pressesprecher des DFB, lädt uns spontan zu einem A-Länderspiel ein. Uns werden Medaillen umgehängt und die Jungs wollen Selfies mit uns machen, verkehrte Welt in Brasilien. Es ist eine intensive Zeit wie in einem verrücktemTraum. Hätte uns vor 15 Monaten jemand gesagt, dass diese Reise live in der ARD-Sportschau oder/und im Deutschen Haus Arm in Arm mit der deutschen Sportelite endet, wir hätten gelacht und kein Wort geglaubt.

Finale Gold

Gold für die deutschen Fussballerinnen. Tabea Kemme hatte schon vorher von uns gehört.

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Finale im Maracana gegen Brasilien. Geile Stimmung!

Beim Finale der Fussball-Frauen waren wir also live im Maracana und feuerten die Mädels lautstark an bis Gold gesichert ist, unser erstes Länderspiel endete gleich mit Gold ein guter Einstieg. Das Finale der Männer einen Tag später war mit über 80.000 Menschen natürlich restlos ausverkauft, wir und eine Handvoll weitere deutsch Anhänger waren wieder live vor Ort. Die Stimmung war vom feinsten, wir brüllten, sangen und klatschten gegen eine gelbe, brasilianische Wand an, die Lautstärke war enorm noch heute schmerzen die Ohren, ein explosiver Hexenkessel, ein würdiger Abschied aus Rio, aus Brasilien, aus Südamerika. Die Jungs auf dem Platz haben alles gegeben und haben Silber gewonnen! Wer erst im Elfmeterschießen geschlagen wird darf das Maracana mit erhobenen Kopf verlassen. Hut ab, klasse Leistung! Wir sind immer noch Fussball-Weltmeister und das 7-1 steht für alle Zeiten in den Geschichtsbüchern der ganzen Welt und auf den traumatisierten Seelen der brasilianischen Fussballfans werden die Narben wohl nie verheilen. Wie schon erwähnt haben wir das Team im Deutschen Haus wieder aufgebaut und spätestens in den frühen Morgenstunden auf der Tanzfläche waren alle strahlende Sieger.

Silber im Finale. Julian mit der Medaille der Fussballer.

So, wie gehts weiter? Nico und ich haben uns für eine weitere Fahrradreise entschlossen!!! Wir fliegen jetzt nach Lissabon und radeln „die letzten Meter“ zurück in die Heimat. Mitte/Ende Oktober hat uns Deutschlands Süden aber definitiv wieder zurück. Auch wenn wir jetzt als Duo weiterradeln berichten wir wie gewohnt auf trioforrio.com und auf Facebook.

Die Räder sind geputzt, gewartet und freuen sich genauso wie wir auf neue Abenteuer in Europa. Die Abschieds-Fiesta in unserer Unterkunft wurde bereits gefeiert, wir bedanken uns bei unseren Gastgebern Kelly & Wilma, Santa Teresa war das perfekte Stadtviertel für uns.

Olympia ist vorbei und es regnet! Es ist Zeit weiterzuziehen!

Nochmals danke an das Team vom DOSB und an Herrn Achten vom Deutschen Haus, ihr wart tolle olympische Gastgeber. Danke auch an die Medien welche unsere Geschichte in die Welt hinaus geschickt haben! Ihr hört von uns! Wir freuen uns falls wir jemanden inspiriert konnten, Fahrradreisen sind eine tolle Sache um den Globus auf eigene Faust zu erkunden. Probiert es aus!

Bleibt uns treu, berichtet von uns und seid gespannt ob ein Filmprojekt tatsächlich realisiert werden kann. Danke fürs lesen und teilen unserer Berichte, es war uns eine Freude. Wir sind selbst auch gespannt auf die/den ersten Trailer über unsere Tour und natürlich auf das bevorstehende Crowdfunding-Projekt, wir werden berichten.

Pack mer’s, Europa wir kommen!!

Mir Sportlichen Grüßen,

Julian und Nico

Mehr Bilder sind in unserer Galerie zu finden.