Nicaragua Teil 2 & Costa Rica

Costa Rica, Nicaragua

Wieder sind 2 Wochen wie im Flug vergangen, wieder haben wir allerhand erlebt, viel gesehen und haben dabei kräftig für unser Ziel geschwitzt, aber auch chillige Pausentage am Pazifik und am Nicaraguasee eingelegt. Manchmal wundern wir uns, wie schnell die Zeit verrennt. Jetzt ist bereits Februar 2016 und wir sind exakt 288 Tage unterwegs, haben dabei 16.488km zurückgelegt und saßen geschlagene 916 Stunden im Sattel. In knapp  6 Monaten steigt also die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro, noch gut 10.000km trennen uns von unserem Ziel und dem diesjährigem olympischen Motto „Paixao e Transformacao – Leidenschaft und Transformation“.

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Nico und die Kathedrale von Leon.

Unser letztes Update war in Leon/Nicaragua, dort treffen wir erstaunlich viele Backpacker, Nicaragua lockt mit toller unberührter Natur, vielen Outdooraktivitäten, faszinierenden Menschen, delikatem Essen, Sauberkeit und Sicherheit, dass alles bei einem sehr gutem Preis- Leistungsniveau . Nur die Geldautomaten sind nicht unsere besten Freunde, in Leon versagen reihenweise die Kreditkarten, von wegen „die Welt spricht Visa“, wenn der Automaten einen schlechten Tag hat, spricht er rein gar nix und spuckt die Karte einfach stumm aus. Komischerweise bekommen wir über die Maestro-Karte doch noch Geld, telefonieren mit den Lieben in der Heimat, beantworten Emails und schwingen uns wieder auf unsere treuen Räder und strampeln auf dem Highway 12 gen Süden, der Pazifik wartet. Bevor wir aber die Beine hochlegen und am Strand das süsse Leben geniessen dürfen, warten noch einige schweisstreibende, abenteuerliche Kilometer auf uns. Wir schlafen an tollen Flüssen und lauschen in der Nacht dem rauschten Wassers und schlummern ein mit der beruhigenden Melodie der Natur im Hintergrund, aufwachen tun wir meist von alleine, in der Regel bellt immer irgendwo ein Hund, kräht ein Hahn, grunzt ein Schwein oder es sind die Frauen der nahen Dörfer, welche ihre Wäsche im Fluss waschen.

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In Nicaragua fährt jede Sau mit dem Fahrrad.

Auch in Nicaragua ist das Fahrrad ein sehr beliebtes Fortbewegungs- und Transportmittel, egal wo auf der Welt, überall sehen wir Menschen auf ihren Rädern, ob als Sport- oder Arbeitsgerät eine herzliche Liebe zum gutem, altem Drahtesel brennt anscheinend überall. 30 Kilometer geht es über holpriges Kopfsteinpflaster und staubige Schottenpisten an den Pazifik, wir werden bei 40 Grad ordentlich geschüttelt und eingestaubt, am Ende sehen wir aus wie die Wilden ehe wir in Pochomil den Pazifik erreichen.

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Julian und Sandro versorgen einen verletzten Affen.

Die Strände sind endlos und einsam, wir stärken uns mit, für ganz Zentralamerika typischen Reis- und Bohnengerichten und  bekommen einen „Geheimtip“ und machen uns daher auf um zur ca. 100 Kilometer entfernten „Playa Gigante“ zu gelangen. Anfangs ist die Schotterpiste noch gut befahrbar, es kommen uns vereinzelt Autos und Fahrräder entgegen und wir kommen einigermassen gut voran. Als der Weg immer schmaler wird, wir die Räder über Stacheldrahtzäune hieven müssen und wir vor lauter Gestrüpp und Bäumen keinen Weg mehr sehen, uns die Beine an Dornen aufritzen, das Trinkwasser knapp wird und uns sogar die Affen in den Bäumen höhnisch auslachen, machen wir uns Gedanken was wir hier gerade eigentlich veranstalten. Wir finden ein verletztes Affenbaby, versorgen es mit Keksen, Wasser und einem Schattenplatz und irgendwann finden wir auch wieder einen breiteren Weg. Fahrradfahren ist auch hier allerdings nur mit Einschränkungen möglich, Matschfelder, Flussbeete, dicke Felsen, sandiger Untergrund, ausgewaschene Abschnitte, Gegenwind und enorme Hitze machen diesen Weg zum abenteuerlichsten der kompletten Reise. Als wir aus dem Dschungel kommen schauen uns die Einheimischen argwöhnische an, viele Touristen scheinen hier noch nicht rausgekommen zu sein, wir haben es geschafft und kommen dementsprechend durstig und fix & fertig an der „Playa Giganten“ an.

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3 Tage abhängen am Playa Gigante.

Dort ist das Glück aber gleich wieder auf unserer Seite, wir treffen John, einen Amerikaner, welcher hier ein Hostel und ein Restaurant betreibt, er ist selbst begeistertere Radler und wir dürfen kostenlos die nächsten 3 Tage in seinem Haus wohnen. Uns wurde nicht zu viel versprochen, der Strand ist ein Traum, dass Meer einladend und der kleine Ort liegt malerisch in der Bucht. Es gibt genügend Rückzugsmöglichkeiten und auch die eine oder andere Bar um sich mit anderen Reisenden auszutauschen, ein perfekter Ort um die Seele baumeln zulassen. Am nächsten Tag werden wir auf eine Segeltour eingeladen, springen von Felsen, tauschen in Höhlen, geniessen einen einmaligen Sonnenuntergang auf See und schlürfen den ein oder andern Cocktail an Board.  Apropos segeln, inzwischen haben wir unser Segelboot gebucht welches uns Ende Februar von Panama nach Kolumbien bringen wird, 5 Tage in der karibischen See warten auf uns. Die sogenannte „Darien-Gap“ muss umschifft werden, da es keine durchgehenden Strasse zwischen Panama nach Kolumbien gibt. Da wir eh in Buchungsstimmung waren, haben wir es uns nicht nehmen lassen einen Flug auf die Galapagos Inseln, für 8 Tage im April, als Highlight mit in unsere Reise einzubauen. Ja, uns ging es nicht schlecht in der Traumbucht der Playa Gigante, 2 Tage später werden die treuen Räder gesattelt und es geht zum nahem Nicaraguasee.

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3 Tage Radfahren, Vulkan Maderas besteigen, Kajakfahren und Ausruhen auf der Insel Ometepe.

Eine kleine Fähre bringt uns auf die Vulkaninsel Isla de Ometepe mitten im gigantischem Nicaraguasee, dieser ist 16x grösser als der heimische Bodensee und hat viel Naturspektakel zu bieten, die Flora und Fauna ist, wie in ganz Zentralamerika überwältigend. Wir fahren einmal mit den Rädern um die Insel, machen eine Kajaktour, besuchen die Mineralquelle „Ojo de Aqua“ und besteigen den Vulkan „Maderas“ mit immerhin 1345m. In dessen Krater befindet sich eine traumhafte Lagune, aus Sicherheitsgründen verzichten wir aber auf ein Bad und steigen brav wieder ab um am Abend, nach 19km wandern, am

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Wir zelten am Nicaraguasee mit Blick auf den Vulkan Concepcion..

Seeufer zu zelten und die Beine hoch zu legen. Mit einen gigantischen Blick auf den „Volcan Concepcion“ (1610m), welcher gemütlich vor sich hin raucht und dem See direkt vor uns, geniessen wir den Abend und einen weiteren malerischen Sonnenuntergang, mehr Postkartenaussicht geht einfach nicht. Am nächsten morgen bringt uns „Che Guevara“, so heisst die Fähre, zurück aufs Festland.

Wir verlassen Nicaragua, mit 16.70€ p.P./Tag ein günstiges Land, und reisen in Costa Rica ein, unserem Land Nr. 15. Die Einreise ist rasch und schon nach wenigen Minuten haben wir den nötigen Stempel im Pass. Wir freuen uns immer über „richtige“ Stempel, sieht toll aus und ist nicht nur eine elektronische, unpersönliche Registrierung. Costa Rica hat gesalzene Preise, Hola die Waldfee! Alleine für Spaghetti mit Tomatensosse wird man im Supermarkt arm, kein europäisches Land und auch nicht Kanada und die USA hatten so enorme Preise wie Costa Rica. In Kanada lernten wir bereits im Juli 2015 Jim uns Sina kennen und diese Begegnung war ein Volltreffer. Die beiden sind nicht nur äusserst sympathisch sondern haben auch eine Ferienhaus an der „Playa del Coco“, um den kanadischen Winter zu entkommen sind die beiden gerade zufällig in Costa Rica und laden uns, via Facebook, für 4 Nächte in ihr Haus ein. Wir kämpfen uns den Highway 1 und einige Nebenstrassen entlang, der unberechenbare Seitenwind schiebt uns einige Male in den Graben bevor wir in Playa der Coco ankommen.

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3 Tage Pause am Playa del Coco in Costa Rica.

Jim und Sina stellen uns eine traumhafte Unterkunft, kein Wunder das Madonna und der Bacardi-Besitzer in den Hügeln ihre Villen haben, Bacardi-Feeling live und wir, mal wieder per Zufall, mittendrin. Da wir unseren normalen Fahrradtakt im Blut haben und i.d.R. mit der Dämmerung ins Bett gehen und recht bald aufstehen, schaffen wir es auch hier nicht länger wie 21h die Augen offen zuhalten und nutzen die weichen Matratzen und den Komfort eines Hauses aus.

Die Trockenheit gepaart mit Hitze und Wind lässt die Hügel um Playa del Coco immer wieder brennen, aber die Menschen bleiben ruhig, brennende Hügel scheinen normal in dieser Gegend zu sein. Der Zika-Virus beschäftigt die Menschen hier in Zentralamerika wesentlich mehr, der über Moskitos übertragene Virus führt zu Lähmungen und starkem Fieber. Inzwischen haben wir einige Menschen getroffen, welche 2-3 Wochen ans Bett gefesselt waren bzw. ihre Reise abbrechen mussten. Naja, uns geht es gut und mehr als aufpassen können wir eh nicht. Wir nutzen die Pause und bringen unser Equipment auf Vordermann, die Rucksäcke und vor allem die Schlafsäcke brauchten dringend mal wieder eine Wäsche, auch Postkarten konnten wir in Ruhe schreiben und in alle möglichen Ecken dieser Welt schicken.

Gestern „mussten“ wir noch das Super Bowl Finale anschauen, warum sich die Amerikaner und Kanadier ein so langweilige Sportart wie Football anschauen, bleibt uns allerdings ein grosses Rätsel.

Wir haben weiterhin probiert an Tickets für Olympia zu kommen, inzwischen haben wir mal die Damen und Herren von ARD, ZDF und diverse andere Landesrundfunkanstalten angeschrieben, mal schauen ob wir eine positive Rückmeldung bekommen und nicht nur an kommerzielle Anbieter weiterverwiesen werden.

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Holztransport in Zentralamerika.

Morgen gehts weiter, unser nächstes Ziel ist Panama, wo uns, wie erwähnt, ein kleines Segelboot am 26.2.2016 gemütlich über die San Blas Inseln, welche im karibischen Meer an der Küste Panamas liegen, nach Kolumbien schippern wird. Unser Trio ist weiter vereint und dies wird hoffentlich ohne größere Zwischenfälle auch so bleiben.

Euch noch einen schönen (Rest-) Karneval in der Heimat und eine milden Frühling.

Mit sonnigen Grüßen,

Julian, Nico und Sandro.

Mehr Bilder gibt es in unserer Galerie.