Frankreich (2) – Monaco – Italien

Frankreich, Italien, Monaco
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Canal du Midi. Ein traumhafter Radweg.

An Julians 34. Geburtstag verlassen wir Toulouse und verabschieden uns daher auch von unseren Gastgebern Chaty und Alex und der schönen Stadt an der Garonne. Natürlich radeln wir nicht los bevor der selbst gebackene Geburtstagskuchen nicht vollständig aufgefuttert ist, danke auch für die zahlreiche Glückwünsche. Am „Canal du Midi“ geht es ab Toulouse weiter, unser Ziel das Mittelmeer. Wir zelten bei wunderbaren Sonnenuntergängen am Kanal und bestaunen dabei die unzähligen grossen und kleinen Boote welche gemütlich vor sich hin tuckern und in der Dämmerung verschwinden. Tagsüber geht es immer am Kanal entlang, der Radweg unter den alten Bäumen ist eine tolle Strecke und jede Menge Sehenswürdigkeiten liegen links und rechts des Weges. In Carcassonne steht z.B. das vermutlich schönste Schloss Frankreichs, diese guterhaltene Burganlage ist uralt und einen Stop wert und wir fühlen uns wie Ritter im Mittelalter. Allerdings reitet der Ritter von heute keine Pferde mehr sondern bevorzugt den TX-1000 Drahtesel der VSF-Fahrradmanufaktur aus Oldenburg. Die gesamte Burg- Schlossanlage gehört längst, genau wie auch der Canal du Midi, zum UNESCO-Weltkulturerbe, eine verdiente Auszeichnung wie wir finden.

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Nico vor dem Schloss in Carcassonne.

Langsam setzt auch in Frankreich der Herbst ein, die Blätter fallen bunt vom Himmel und je nach Sonnenstand fahren wir durch eine Welt aus tausendundeiner Farbfacette, sehr entspannend und gemütlich. Auch an den zahlreichen Schleusen des Kanals stehen wir gerne und beobachten die Boote und die Arbeit der Schleuser an den zig Staustufen, auch eine interessante Art seinen Urlaub zu verbringen. Die Boote können gemietet werden und so treffen wir viele bunte Vögel auf oder am Kanal.

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Bunter Ort in Südfrankreich.

17 Monate waren wir am 27. September unterwegs, zum Jubiläum haben wir Rückenwind und lassen uns treiben. Dank der vielen kleinen Dörfer, Klöstern, Schlössern, Kirchen und Burgen halten wir unsere Brotzeiten und die Mittagssiesta immer in, beinahe unwirklichem, Postkartenpanorama ab. Die Kombination Sonne und Wasser ist einfach unschlagbar und hat eine magische Anziehungskraft auf uns und gibt die nötige Kraft und Motivation für neue Radel-Abenteuer.

In Sète erreichen wir die Strände des Mittelmeers, jetzt haben wir Frankreich einmal komplett durchquert und werden von duftenden Kiefernwälder und viel Sand empfangen. Hier und da erinnert uns die Küste und die Landschaft an den griechischen Pillion, die Urlaubsregion unserer Kindheit. Unser Zeltplätze duften herrlich, die Vögel zwitschern und die Grillen verstummen nur selten, ein Feierabend wie aus dem Bilderbuch. Nur die Moskitos können einem die Laune etwas vermiesen. Hier unsere, leicht ironische, Erklärung für die Moskito-Plage in Südfrankreich: „ Da der Franzosse Frösche isst und dieser daher als natürlicher Feind der Moskitos stark geschwächt ist, leben die Plagegeister hier wie im Paradies oder doch wie Gott in Frankreich?

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Auf gehts in Richtung Rhone.

Von Sète aus fahren wir am nächsten Kanal entlang, jetzt wird am „Canal du Rhone á Sète“ gestrampelt. Die freundlichen Franzosen halten gerne einen Plausch und wir verständigen uns oft mit Hand und Fuss, man muss ja nicht jede Sprache perfekt beherrschen, oder? Wir verlassen jetzt das sumpfige Delta der Rhone und machen uns auf um die „Cote d’ Azur“, die Perle Frankreichs, zu erkunden. Nach einigen steilen Abschnitten erreichen wir die Hafenstadt Marseille, die Altstadt ist toll und es gibt mächtige Bauwerke zu bestaunen. Frankreich ist ein Einwandererland, in der City sieht man überall Menschen aus offensichtlich unterschiedlichsten Kulturen und Ländern. Die Stadt, ihre Läden und Restaurants und nicht zuletzt ihre Einwohner sind daher wunderbar bunt und vielfältig.

Die Zeit verrennt, am 1. Oktober 2016 beginnt bereits der letzte Monat unserer Reise. Es kommt Wehmut auf, aber die Freude auf die Heimat, Familie und Freunde überwiegt natürlich.

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Nico übernimmt das Steuer.

Nach einigen grauen Tagen setzt sich die Sonne wieder durch und die Cote d’ Azur strahlt in ihrer ganzen Schönheit. Die 31.000km machen wie kurz vor St. Tropez voll und feiern mit Glanz&Gloria im Yachthafen der Glamour-City. Naja, wir lassen und eher feiern, der Jetset bestaunt unsere Räder und uns werden die Boote gezeigt, auf der „Aschanti IV“, einem 35m Segelboot, fühlen wir uns wohl und tauschen beinahe Steuerrad gegen Fahrrad ein, aber eben nur beinahe. In der Nacht schlafen wir, verhältnismäßig wenig luxuriös, auf einem LKW-Anhänger welcher auf einem Parkplatz steht, wir brauchen nicht viel um glücklich zu sein. Danke Tom, dem Trucker.

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Luxus an der Côte d’Azur. Wir übernachten im LKW.

Die Küste kurz vor Cannes ist von malerischer Schönheit und wir kommen aus dem staunen und fotografieren gar nicht mehr raus. Die Felsen leuchten in den unterschiedlichsten Rottönen und das Mittelmeer zeigt sich kristallklar wenige Meter unter uns, der Kontrast mit den saftig grünen Bäumen ist einmalig schön.

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Tolle Farben auf dem Weg nach Cannes.

Nach Cannes geht es rein nach Nizza, auch hier lässt es sich leben, die Altstadt, der Hafen, die breite Ufer-Promenade und die anliegenden Dörfer verstrahlen einen tollen, beinahe romantischen, Charme aus. Nur mit der Suche nach einem geeigneten wilden Zeltplatz wird es an der prominenten Cote d’ Azur immer schwerer. Wir sind einfallsreich und mit einer, wohldosierten, Portion Dreistigkeit findet man immer ein Plätzchen, schöner schlafen die wohlbetuchten auf ihrer Yacht wohl auch nicht.

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Ziellinie der Formel 1 in Monaco. Für uns gehts noch weiter.

Mit Monaco besuchen wir unser Land Nr. 27, bestaunen bei einer Brotzeit im Yachthafen von Monte-Carlo das schwimmende Kapital der Reichen und Schönen. Wir bekommen von einer neureichen Tante 5€ zugesteckt, für ein Eis wie sie meint, wir fühlen uns wie zwei Kleinkinder in einer fremden Welt und machen uns daher ganz schnell auf und davon in Richtung Italien. Bei Gucci, Rolex, Armani und Co. gibt es einfach nix für den gewöhnlichen Tourenradler, schon gar nicht für 5€!!! Der Adel hat es eben nicht so mit dem Radel!

Bella Italia ist also unsere Nummero 28 und ein Klassiker kurz vor dem Abschluss unserer Reise, nur die Schweiz trennt und jetzt noch von der Heimat. Frankreich mit 14.20€ p.P./Tag und Monaco mit 0€ p.P./Tag haben unsere Finanzen nicht überstrapaziert und wir haben daher noch genügen Budget für den Heimweg auf der Seite.

Gleich am ersten Tag in Italien dürfen wir kostenlos auf einem Campingplatz in San Remo stehen, als Gegenleistung müssen wir die gesamte Camper-Gemeinde mit unserer Geschichte unterhalten, ein großer Spass. Rüdiger und Susanne aus Köln laden uns spontan in ihr Ferienhäuschen in Dolcedo ein, dort bleiben wir eine Nacht und haben mit den beiden viel zu lachen. Die Akkus sind geladen, die Wäsche gewaschen, die Räder voller Tatendrang und wir sind ausgeruht für die nächste Etappe, neues Ziel Turin.

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Warm-Up für die Alpen.

Ciao Mittelmeer, Hallo Berge! Gleich der erste Tag  lässt uns, auf der S28, klettern und schwitzen. Gott sei Dank sind die Italiener Meister im Brücken- und Tunnelbau, viele Täler und Bergspitzen können so vermieden werden. Die Nächte werden nun deutlich kühler und der abendliche Badespass in den Bächen Italiens ist ein kühles Vergnügen und wir müssen uns in den Nächten dick anziehen.

Der Herbst macht auch vor Norditalien keinen Halt, kurz vor Turin wird das Wetter wieder sehr wechselhaft und bietet Sonne, Nebel, Kälte, Wind und Regen im ständigen Wechsel. Dem Wildlife scheint es zu gefallen, Dachs, Reh, Eichhörnchen und Co. springen wie wild umher. Den Skorpion im Schlafzimmer hätten wir am liebsten eingepackt, aber der darf jetzt doch weiter durch italienische Wälder kriechen.

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Erfrischung im Po. Hier ist er noch kristallklar.

Nach einer Nacht am Rande des Po’s und einem Sprung in denselbigen finden wir uns mitten in Turin wieder. Die italienischen Wochenmärkte sind immer einen Besuch wert, ansonsten radeln wir durch die Stadt von Piazza zu Piazza, von einem imposanten Gebäude zum nächsten. Die Italiener sind Fahrrad-Liebhaber, sogar die Polizei unterbricht ihre Arbeit für 15 Minuten um mit uns zu quatschen.

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Kurze Pause vom Dienst. Die italienische Polizei schaut unseren Trailer.

Leider ist die Schneefall-Grenze in den letzten Tagen auf knapp 1000m gefallen, ob wir mit den Rädern in die Schweiz rollen oder ob wir uns eine Alternative suchen müssen ist daher noch offen.

Morgen sollten wir jedenfalls die Grenze zur Schweiz erreichen und verabschieden uns mit diesem Blog daher schonmal von Italien, Schweiz mach dich bereit!

Unsere Crowdfunding-Aktion geht die nächsten Wochen online, wir hoffen genügen Menschen begeistern zu können, damit unser Film auch realisiert werden kann. Wir brauchen also Eure Unterstützung, wir halten Euch auf dem Laufendem.

Euch einen schönen Herbst und danke fürs lesen und teilen unserer Berichte auf Facebook & Co.

Mit sportlichen Grüßen,

Julian und Nico.

Weitere Bilder findest Du in unserer Galerie.

Oh, wie schön ist Panama – Costa Rica II

Costa Rica, Panama

Jeder Meter leistet seinen kleinen Beitrag zu unserem ehrgeizigem Gesamtprojekt „Trio for Rio“. Der aktuelle Meter ist genauso wichtig wie der vergangene oder der kommende Meter. Am Ende, in Rio de Janeiro, ist unsere gesamte Reise zusammengesetzt aus vielen kleinen Metern, aus vielen kleinen Streckenabschnitten welche, ähnlich wie ein Mosaiksteinchen ein Bild vollkommen macht, unsere Reise zu einem Gesamtbild verhilft und bunt und einzigartig werden lässt.

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Haus eines Fischer auf der Halbinsel Nicoya.

Die letzten 2 Wochen waren voller positiver Überraschungen, tollen Begegnungen, nervigen Viren und unvorhersehbaren harten Streckenabschnitten. Wir verlassen den bezaubernden Playa del Coco, verabschieden uns von unseren Gastgebern Jim und Sina und finden uns auf dem stürmischem Highway 21 wieder, welcher uns die Nicoya-Halbinsel runterführt. Die Menschen hier in Costa Rica und später in Panama freuen sich jedesmal dermassen unser Dreigespann zusehen, dass es uns schon beinahe ein bisschen zu viel wird. Wie oft wir inzwischen „Hola“, „Hello“, „Hi“, oder „Adios Amigos“ gesagt haben, wie oft wir winken durften, den Arm zum Gruß gehoben haben oder auf einen kleinen Schwatz anhalten mussten, können wir nicht zählen, die Begeisterung ist einfach gigantisch, Kinder stellen neugierig ihre Fragen und wollen Antworten, alles sehr harmonisch und sehr authentisch. Die Autofahrer hupen uns vor lauter Euphorie manchmal beinahe von der Piste, wir bekommen Süssigkeiten, Geld, Wasser und Früchte etc. aus den Autos gereicht, tolle Gesten, einmaliges Zentralamerika. Wer bei uns  in Deutschland den Mädels hinterher pfeift gilt schnell als Prolet, hier im Herzen Zentralamerikas ist die Sachlage etwas anders, hier  wird jedem egal ob Mann oder Frau nachgepfiffen, ein Pfiff erspart auch den Gruss, daher werden wir zigmal am Tag „angepfiffen“. Andere Länder, andere (witzige) Sitten.

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Stürmische See, die Fähre kommt. Kann uns aber leider nicht mitnehmen…

Um von der Nicoya-Halbinsel wieder aufs Festland zu gelangen wollen wir eine kleine Fähre nehmen, es stürmt wie die Hölle und beim Anlegen kracht die Fähre dermassen auf den Pier, dass dieser danach zerstört ist und der Hafen seinen Betrieb einstellen muss. Ja, da stehen wir dumm da, man kann sich einfach auf kein anderes Verkehrsmittel wie das gute, alte und stets treue Fahrrad verlassen. Nach einer 30km Schotterpistenfahrt gelangen wir zu einer anderen Fähre, welche uns am Abend sicher aufs Festland nach Puntarenas bringt.

Der Küstenhighway 34 ist Anfangs noch bergig, später wird er komplett flach und sogar der Wind unterstütz uns und bläst sanft von hinten. Begleitet von grossen Piratenpapageien geht es vorbei an wunderbaren Stränden wie der „Playa Hermosa“ oder der „Playa Dominical“, wo wir unsere Zelte direkt am Pazifik aufschlagen und ein zauberhaftes Strandambiente vorfinden, ein Traum nicht nur für Surfer und Sonnenanbeter. Aber nicht nur die Palmenstrände in Costa Rica begeistern, auch unsere Lager am Rande des Regenwaldes/Dschungels haben ihren Reiz, i.d.R. finden wir immer einen einladenden Fluss oder gastfreundliche Menschen welche uns im Vorgarten übernachten lassen.

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Wir zelten am Playa Hermosa.

Nach gut 300 Tagen auf den Strassen dieser Welt sind wir inzwischen absolute Experten was Zelt- und dazugehörige Badeplätze anbelangt. Aufbauen, schlafen, abbauen und unser komplettes Equipment wieder auf die zuverlässigen TX-1000 Räder der Fahrradmanufaktur verfrachten ist nach einer solangen Zeitspanne absolut Routine und jeder Handgriff sitzt. In der Zwischenzeit passen wir an wilden Badestellen allerdings vermehrt auf, von den zahlreichen Krokodilen welche sich an den Flussufern tummeln wollen wir keinem allzu nah kommen. Es war eine gute Entscheidung, die heimatliche Komfortzone vor gut 10 Monaten zu verlassen, das Leben spielt sich draussen ab und nicht vor dem Fernseher, der Spielekonsole oder dem Computer. Der erste Schritt ist der wichtigste, alles andere kommt von alleine. Schnapp dir ein Fahrrad und zieh los! Wir brauchen so wenig zum leben, reduzier dich und beschränke dich auf das nötigste zumindest für eine Weile, es lohnt sich.

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Nicht nur wir baden gerne in Flüssen. Hier in Costa Rica gibt es unzählige Krokodile.

Ja, was die Krokodile nicht geschafft haben, haben die Moskitos hinbekommen. Irgendwo sind Sandro und Julian zu ihren Opfern geworden und die nächsten Tage waren mit Schüttelfrost, Gliederschmerzen und Fieberträumen die reinste Quälerei. Denque-Fieber und Zika-Virus lassen grüßen, nur einen effektiven Schutz vor den schwirrenden Quälgeistern gibt es leider nicht, wir können uns ja schlecht 24 Stunden verkriechen. Da die Temperaturen auch in der Nacht nicht unter 27°C fallen und die Durchlüftung in den Zelten eher wenig effektiv ist, zogen sich die Tage lange hin, erst nach 4-5 Tagen war der Spuck vorbei und die Tage wurden wieder leichter. Wenn einer eine Reise tut….

Eine grosse Überraschung kommt aus der schwäbischen Heimat, unsere Eltern besuchen uns Anfang April auf den Galapagosinseln, eine feine Sache. wir freuen uns sehr auf die 8 gemeinsamen Tage im Naturparadies Ecuadors mit euch, damit haben wir nicht gerechnet.

Nach 11 Tagen verlassen wir Costa Rica und sind voller Begeisterung für dieses Land, unglaublich schöne, abwechslungsreiche Natur, viel Platz für Aktivitäten und tolle Strände um die Seele baumeln zu lassen. Wären die Preise nicht ganz so hoch, würde Costa Rica mit Sicherheit ganz vorne auf unserer Länderliste stehen. Mit 12.46€ p.P/Tag haben wir die Kosten zwar kleingehalten, haben aber auch sehr einfach gelebt und z.B. nie für Übernachtungen gezahlt und auch Restaurantbesuche wurden komplett eingestellt.

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In Costa Rica gibt es viele Papageien.

Eure Zahlungen an die GEZ könnt ihr übrigens mit gutem Gewissen einstellen!! Wir haben, wie im letztem Bericht erwähnt, einige Anfragen an die ARD und ZDF gesendet um über die beiden Sender, welche immerhin live von den Olympischen Spielen berichten werden, eventuell in die Wettkampfarenen zu gelangen. Von 15 Emails kam nichts zurück, ausser irgendwelchen unpersönlichen Standardabsagen, enttäuschend.

Die Enttäuschung hält allerdings nicht lange an! Eine Email der Deutschen Sport Marketing Agentur findet den Weg in unser Postfach und wir werden offiziell ins Deutsche Haus, in den Barra Blue Beach Club, in Rio de Janeiro während den Olympischen Spielen eingeladen!!!! Wir sind also mittendrin im Treffpunkt der deutschen Athleten und freuen uns auf Persönlichkeiten aus Sport, Wirtschaft, Politik und Entertainment im Herzen Rios. Danke an Frau Nadine Lehr und an den DOSB für das weiterleiten unserer Email, wir freuen uns sehr auf unseren gemeinsamen „Treffpunkt Rio“!

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Gegenwind, breite Strassen. Zur Abwechslung ist es hier aber mal flach.

Bis Rio ist es allerdings noch ein weiter Weg, doch beflügelt mit diesem  neuem Highlight, dem Besuch des Deutschen Hauses in Rio, fahren wir, nach genau 17.000km, über die Grenze nach Panama, unserem Land Nr. 16. Wer kennt ihn nicht den Kinderbuchklassiker „Oh, wie schön ist Panama“ von Janosch, wo der kleine Bär, der kleine Tiger und dessen Tigerente auf der Suche nachdem Glück sind? Und jetzt sind wir also in Panama und geniessen das letzte Land auf zentralamerikanischen Boden. Panama wird als das Land des Gegenwindes, zahlreicher Hügel und super ausgebauten Strassen lange in unseren Erinnerungen bleiben.

Die letzten Tage bis Panama City waren sehr zäh und lang, allerdings spürten wir auch noch die Nachwehen unserer Viruserkrankung und waren nicht voller Energie und Konzentration, am Abend fallen wir daher fix und fertig in unsere Zelte.

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Von der Isar, Neckar, Themse bis an den Panama Kanal.

Gestern am Tag 302 unserer Reise haben wir also den Panamakanal überquert, gut 17556Km liegen zwischen der bayrischen Isar bzw. zwischen unserem schwäbischen Neckar und dem weltberühmten Kanal von Panama, wir haben nach 973 Stunden im Sattel eine Verbindung hergestellt, auf dem Fahrrad wohlgemerkt!!! Da uns der Gedanke, den Panamakanal auf dem Fahrrad überquert zu haben so begeistert, überqueren wir ihn gleich nochmals, sicher ist sicher. Jetzt haben wir eine Überquerung an der „Puente de Centenario“ und der „Puente de las Americas“ zu Buche stehen. Den Eintritt für die Schleusen des Kanals sparren wir uns allerdings, mit 15U$ p.P. der absolute Wucher, sollten die Betreiber an ihrem Geld ersticken und Pauschaltouristen abzocken, ein TrioforRio spielt da nicht mit.

Noch bevor wir in Panama City im Hostel, El Machico, einchecken, zischt Julians Schlauch zum neunzehnten Mal!!!! Die Goldmedaille ist ihm bis Rio kaum noch zu entreissen, Nico und Sandro liegen beide bereits 6 Plattfüsse zurück.

Heute geniessen wir einen Ruhetag in Downtown Panama City, das Zentrum ist äusserst modern und steht anderen Weltmetropolen ins nichts nach. Aber auch historisch muss sich Panama City nicht verstecken, die kleinen Viertel sind fein rausgeputzt und sind stolze Zeugen einer vergangenen, prächtigen Zeit mit oder ohne spanischer Kolonialherren.

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Julian, Sandro und Nico in Panama City.

Noch knapp 120 Kilometer werden wir in Panama auf unseren Rädern sitzen bevor wir 5 Tage ins karibische Meer stechen und den Fluch der Karibik neu verfilmen. 5 Tage schippern wir also auf einem kleinem Segelboot von Carti/Panama nach Cartagena/Kolumbien und umgehen somit den „Darien-Gap“, welches für Radfahrer unpassierbar ist und wir durch die karibische See segeln „müssen“, wir haben es auch nicht leicht.

Bis bald auf südamerikanischen Boden, Columbia is calling!

Sonnige Grüße aus Panama City,

Julian, Nico und Sandro.

Mehr Bilder findest Du in unserer Galerie.