Guatemala – El Salvador – Honduras und Nicaragua

El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua
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Castillo de San Felipe auf dem Lago de Itzabel.

Das Länderpunktekonto rasselte in den letzten Wochen gehörig, inzwischen sind wir in Nicaragua und damit in Land Nr. 14 angekommen. Aber jetzt machen wir erstmal einen Sprung zurück nach Guatemala und zu unserem letzten Update in Rio Dulce. Bevor wir aufbrachen machten wir noch eine kleine Bootstour über den Lago de Itzabal, immerhin einer der grössten Seen in Zentralamerika, wir bestaunten dabei die Festung Castillo de San Felipe, welche von den spanischen Kolonialherren erbaut wurde um die berüchtigten britischen Piraten fernzuhalten, Geschichte pur.

Mit blitzblank geputzten Rädern machen wir uns auf den Weg um Zentralamerika weiter gründlich zu erobern und um unserer eigenen Geschichte weitere Kapitel hinzuzufügen. Die Strassen in Guatemala sind sehr befahren, tausende Trucks mit geisteskranken Fahrern brettern an uns vorbei um den nahen Containerhafen von Puerto Barrios zu erreichen, dort beginnt eine lange Schiffsfahrt für all die Container in alle Erdteile dieser Welt. Wir werden eingestaubt und von oben bis unten mit Abgasen eingedeckt, über die VW Abgasaffäre können die Leute hier nur lachen, nichts weiter als ein Kinderfurz, jeden Abend brennen uns gewaltig die Augen und die Klamotten triefen vor Schmutz. Die Bananen welche ihr in der letzten Wochen im Supermarkt gekauft habt, sind vor knapp 14 Tagen an uns vorbeigesaust, bei der nächsten Banane könnt ihr also gerne an uns denken.

Wir fahren durch ein herrliches, breites Tal mit viel Wald und genügend Zeltmöglichkeiten, am Strassenrand werden uns die tollsten exotischen Früchte und andere Leckerbissen, manchmal auch Riesenechsen, angeboten. Vor noch nicht all zu langer Zeit fuhren wir durch die dichten Wälder Alaskas und Kanadas jetzt, gut 7 Monate später, fahren wir durch riesige Bananenplantagen in Guatemala. All diese verschiedenen Regionen und Kulturen sind mit einer Strasse verbunden welche wir mit eigener Kraft abgeradelt sind, manchmal müssen wir uns selbst klar machen, das dies unsere Geschichte ist und wir uns mittendrin befinden und nicht träumen.

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Rodurico möchte uns im Auto mitnehmen, wir lehnen ab und geniessen die lange Bergabfahrt.

Auf dem Weg nach El Salvador müssen wir mehrere Bergpassagen und etliche Höhenmeter überwinden, es ist eine Quälerei und der Wind zeigt sich dabei wenig hilfsbereit. Da wir uns noch immer auf der karibischen Seite befinden, sind nicht nur die Nächte schwül, auch die Tage sind extrem schweißtreibend, wir trinken daher locker unsere 6-8 Liter Wasser am Tag, aber die scheinen zu verdampfen, Pinkelpausen legen wir jedenfalls kaum ein. Je höher wir kommen umso mehr reden die Einheimischen, vielleicht liegt es an der Höhenluft oder am Mangel an Gesprächspartner. Aber Olga und Rodurico schwafeln uns ewig zu, anscheinend muss der komplette Wortschatz raus, jeder Gedanke welcher sich irgendwann mal angesammelt hat wird uns erzählt. Letztendlich müssen wir versprechen die Beiden in unserem Blog zu erwähnen, hätten wir dies nicht getan würden wir vermutlich heute noch in den Bergen Guatemalas mit glühenden Ohren festsitzen. Die Zeltplätze in den Bergen sind traumhaft, die Strassen überraschend gut und so kommen wir an der Grenze zu El Salvador, im Städtchen San Cristobal, an.

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Zelten am Fluss bei Asuncion Mita.

Ja, da war doch noch was! Richtig, wir sind illegal nach Guatemala eingereist und bei den Zöllnern an der Grenze beginnt ein 2-tägiger Affenzirkus. Die Kurzfassung: Wir dürfen nicht ausreisen und daher auch nicht weiter nach El Salvador, anfangs scheint es so, als ob das Problem vor Ort gelöst werden kann, dem ist nicht so. Nach 2 Stunden Hickhack sitzen wir in einem buntem, klapprigen Bus nach Guatemala City, dort sollen wir uns beim „Service de

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„Offiziell“ in Guatemala. Nun können wir ausreisen.

Migration“ den nötigen Stempel holen. Hört sich recht einfach an, isses aber nicht. Am nächsten Tag beginnt eine 5-stündige bürokratische Lehrstunde für uns. Wir schmieren den Wachmann damit wir in der Schlange vorne stehen dürfen, das hätten wir uns aber auch sparen können. Wir werden von Schalter zu Schalter geschickt, von Etage zu Etage, entweder bekommen wir ein Kopfschütteln oder werden zum vorigem Schalter zurückgeschickt. Wir rennen zum Kopiermann und zur Kasse, müssen warten und wieder zum Kopiermann, zahlen eine Strafgebühr von 27€ für illegales Einreisen und müssen wieder 2 Stunden warten, zwischendurch haben wir jeder 15 Papiere in der Hand und keinen Plan für was die genau sind. Ein Irrenhaus ohne Ausgang, gehen eigentlich alle Amtsmitarbeiter auf der ganzen Welt auf die gleiche Beklopptenschule? Egal ob du in München zum KVR gehst und dich Frau Kleingeist bedient oder hier in Guatemala, wenn der Beamte nicht will, will er nicht. Naja, nach einem aufregenden Vormittag im Spinnennetz der guatemalischen Bürokratie haben wir den notwendigen Stempel. Ohne Nico’s Spanischkenntnisse wären wir, nicht nur hier, oft ziemlich aufgeschmissen und würden dumm aus der Wäsche schauen.

Am selben Nachmittag bringt uns der Bus zurück an die Grenze, 24 Stunden nach dem ersten Einreiseversuch klappt der Zweite problemlos und wir dürfen Land nur 12 und damit El Salvador erkunden.

Durch El Salvador und Honduras wollen wir relativ schnell durch, das haben wir vorher besprochen. Beide Länder haben mit die höchste Mord – und Kriminalitätsrate der Welt, für 100$ geschehen hier Morde, das Auswärtigeamt warnt vor beiden Ländern gleichermassen. Nicht nur Reisende, sondern auch Einheimische empfehlen uns nach 17Uhr nicht auf der Strasse zu sein. Wir hören von tödlichen Messerstechereien und sehen tragische tödliche Autounfälle,

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Wir campen bei Kikke im Garten und geniessen den Sonnenuntergang.

dennoch haben beide Länder was sehr herzliches. Nicht nur die Natur, mit ihren zahlreichen Vulkanen und Sandstränden, weiss zu begeistern auch die Einheimischen haben einen tollen Charme und winken uns freudig zu, erklären uns geduldig den Weg, lassen uns im Garten campen, reparieren unserer Räder kostenlos und sind dankbare Zuhörer unserer Geschichten. Auch die inzwischen obligatorischen „Go Gringo Go“ Rufe kommen von Herzen und beflügeln uns. Auf der anderen Seite sind die Leute hier bewaffnet wir im Bürgerkrieg, überall sehen wir Pistolen, Pumpguns und andere Handfeuerwaffen, die obligatorische Machete findet sich beinahe bei jedem Mann und erscheint hier eher harmlos. Beide Länder haben definitiv zwei Gesichter.

Mit El Salvador, Honduras und später Nicaragua bereisen wir wieder die Pazifikseite, die Nächte sind angenehm kühl, tagsüber erreichen wir dennoch schon gegen 10 Uhr die 38°C bei einer eher trockenen Hitze. Die Strassenverhältnisse in beiden Ländern sind überraschend gut, die vielen Tierkadaver und der brennende Müll im Strassengraben fallen dagegen negativ ins Auge.

Manchmal fühlen wir uns wie Skifahrer des Riesenslaloms, ständig müssen wir Glasscherben, zerfetzten Autoreifen oder anderen spitzen Dingen ausweichen, ein Wunder das unsere Reifen nicht öfters zischen und geflickt werden müssen. Julian führt übrigens unsere Plattfußstatistik weiter souverän mit 16 Platten an und ist damit, dank seiner risikofreudigen Fahrweise, auf olympischen Goldkurs vor Sandro (13) welcher sich mit Nico (12) eine heisses Rennen um die Silbermedaille liefert. Auch unsere Ausgaben von 18.11€ p.P./Tag in Guatemala (inklusive Strafgebühr), 10.30€ in El Salvador und 13.25€ in Honduras wollen wir hier, für alle Statistikfreunde, erwähnen, wir liegen damit im grünen Bereich.

Vorbei an weltberühmten Surfstränden, wie dem „Playa El Tunco“, dort finden die jährlichen zentralamerikanische Surfmeisterschaften statt und einzigartigen Vulkanlagunen geht es über Honduras, auf der original Panamericanaroute, nach Nicaragua.

Jedes Land, jeder Meter, jeder Augenblick ist so schnell unwiderruflich vorbei. Wir fahren und beobachten und schon steht der nächste Tag bereit, wir versuchen den Moment zu geniessen, doch auch der gehört gleich wieder der Vergangenheit an. Es ist ein tolles Gefühl im Zelt zu liegen, den Grillen bei ihren abendlichen Konzerten zu zuhören, den Tag Revue passieren zu lassen, von krähenden Hähnen geweckt zu werden. Die Spannung zu spüren, ob heute Nacht alles ruhig bleibt? Kommt jemand vorbei? Einfach das echte Leben hautnah und live zu spüren.

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Vulkan San Cristobal in Nicaragua.

Jetzt sind wir also in Nicaragua, dem Land mit der weltweit grössten Kakao-Produktion, das Länderpunktekonto steht bei Land Nr. 14 erstmal still, die Waffen sind verschwunden, Nicaragua macht einen sicheren und sauberen Eindruck. Der pazifische Feuerring, so wird die Vulkankette genannt, welche sich durch Zentralamerika zieht, sticht auch hier eindrucksvoll hervor. Die Landschaft könnte auch eine Steppenlandschaft im Afrikas Osten sein, nur die grossen, wilden Tiere fehlen. Dafür holpern Ochsengespanne über die Strassen und Cowboys treiben ihre Rinder auf die Weiden. Da die politische Situation hier stabiler wirkt, wie in El Salvador und Honduras, sind die Menschen hier scheinbar sorgloser, gemütlicher und schauen  zuversichtlicher in die Zukunft.

Heute am, 27.01.2016, sind wir exakt 9 Monate unterwegs, passend zu unserem kleinem Jubiläum haben wir gestern Abend die 16.000km voll gemacht. Wahnsinn, 16.000km sind genau 10.000 Meilen und entsprechen der Luftlinie Deutschland -Australien. 9 Monate Abenteuer, 9 Monate Leben pur und noch viele werden folgen.

Da die Preise hier relativ gering sind und das Nachbarland Costa Rica wieder teurer werden soll, werden wir uns für Nicaragua etwas mehr Zeit nehmen und den ein oder anderen Tag am Strand oder am Nicaraguasee verbringen.

Eine Email an den DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund) blieb leider unbeantwortet, wir dachten als „die Jungs mit der interessantesten und längsten Anreise“ hätten wir gute Chancen auf vergünstigte oder gar kostenlose Tickets für die Spiele in Rio. Leider sind die Damen und Herren anscheinend nicht so angetan von unserer Anfrage und blieben uns eine Antwort schuldig. Falls jemand, jemanden kennt, der jemanden kennt mit Kontakten, einfach bei uns melden, danke. Trotzdem gilt für uns das Motto „Dabei sein ist alles!“ und Stück für Stück, Meter für Meter kommen wir, mit unseren unverwüstlichen Rädern der Fahrradmanufaktur, dem olympischen Traum täglich näher.

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Julian, Nico und Sandro.

Unseren Sonderbericht von letzter Woche, „Trio vor ungewisser Zukunft!!!“ haben eventuell einige von euch gelesen, wir danken für das Feedback und arbeiten weiter am gemeinsamen Zieleinlauf. Wir reisen noch zusammen und versuchen Kompromisse zu finden und Absprachen zu treffen.

Euch nur das Beste.

Grüße aus Leon in Nicaragua,

Julian, Nico und Sandro.

Weitere Bilder findest Du in unserer Galerie.

Welcome to the Hotel California

USA

Wir haben es geschafft, ein weiterer Meilenstein auf unserem Weg nach Rio ist gemeistert!!! Nach genau 8349km und 131 aufregenden Tagen sind wir im Herzen Kaliforniens und damit in San Francisco angekommen.

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California Coast.

Seit unserem letzten Bericht, sind wir weiter die Küste Oregons und damit den Highway 101 in Richtung Süden gefahren. Die letzten Tage in Oregon waren wettertechnisch eher durchwachsen und Nachts wurde es überraschend frisch, allgemein können die Temperaturunterschiede zwischen Tages- und Nachtzeit extrem schwanken, immerhin blieb der (befürchtete) Regen aus.

Auf dem 101er sind wir letztendlich auch in Kalifornien weitergefahren und erleben auch hier eine wilde, schöne Küste, welche überraschenderweise relativ dünn besiedelt ist. Kalifornien schickt uns einen Hügel nach dem anderem hoch, als Belohnung staunen wir über die riesigen, uralten Bäume im Redwood Nationalpark. Dieser Nationalpark lässt uns staunen, noch nie haben wir solch gigantische Bäume bestaunen können, vor lauter klettern und bewundern vergessen wir vollkommen die Zeit und übernachten gleich im Nationalpark auf einem „Hike & Bike – Campground.

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Redwood Nationalpark.

Diese Campgrounds sind für Radfahrer extrem günstig und die perfekte Alternative zu unseren „normalen“ Zeltplätzen im Busch, natürlich ist auch eine warme Dusche hin und wieder ein Traum. Auf der „Avenue of the Giants“ treffen wir auf weitere Megabäume und haben mit dem „South Fork Eel River“ einen tollen Wildfluss an unserer Seite, in welchem gebadet und übernachtet wird.

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Camping am Russian River.

Wir bleiben auf dem 101, welcher angenehm durch eine tolles Tal führt. Wir sind über die breite der Strasse, sowie über den geringen Verkehr überrascht. Die Landschaft hat sich inzwischen komplett verändert, die gigantischen Bäume sind vereinzelten Bäumchen und Büschen gewichen und die saftigen Natur ist urplötzlich vertrocknet und schreit nach Wasser. Bei der ganzen Dürre wirkt der „Russian River“ total irreal und bietet mit seinen kühlen Wassermassen ein Kontrastprogramm zu restlichen Natur und bietet eine wunderbares Nachtlager.

Je, näher wir allerdings San Francisco und damit den Ballungszentrum kommen, müssen wir den 101er verlassen und fahren auf der Küstenstrasse Nr. 1 weiter. Kurz vor San Francisco geht es bei enormen Temperaturen bergauf und bergab, allerdings ist dies auch die letzte Hürde bevor wir über die „Golden-Gate-Bridge“ rollen dürfen.

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San Francisco-Golden Gate Bridge.

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Citytour mit Brandon

In S.F. leben wir „Downtown“ bei Brandon, Brandon heben wir vor einigen Tagen auf dem Fahrrad in Oregon getroffen. Brandon arbeitet als Fahrradkurier in dieser fantastischen Stadt und ist daher der perfekte Tourguide für die 3 Tage welche wir hier verbringen. San Francisco ist eine junge, lebendige, quirlige Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten und Überlebenskünstlern. Mit Brandon an unserer Seite erleben wir San Francisco sehr authentisch und intensiv, vermutlich haben noch nicht viele einen „bunteren Vogel“ als Stadtführer gehabt wie wir. Wir sind in dieser Stadt von A nach B gehuscht immer mit einer gewissen Chillfaktor, dennoch zielstrebig, daher dürften wir einiges touristisches gesehen haben, aber auch zahlreiche „verstecktere“ Insider-Plätze waren darunter. Wir fühlen uns sehr wohl in Kalifornien, geniessen die Auszeit vom radeln, organisieren neue Mäntel für die Räder und Ersatzteile für unseren Kocher, schreiben Postkarten und bereiten uns für die nächsten Streckenabschnitte vor. Ab morgen geht es weiter, welche Wege und welche Abenteuer kommen, steht in den Sternen. Wir freuen uns jedenfalls und wünschen Euch einen tollen September bzw. ein zünftiges Oktoberfest.

Euer,

Trio for Rio.

Weitere Bilder gibt es in unserer Galerie!

Kanada, ein Traum neigt sich dem Ende zu

Kanada

Hallo zusammen,

jetzt haben wir es wirklich beinahe geschafft und Kanada einmal komplett durchquert. Die letzten Wochen waren nochmals sehr intensiv und uns wurde psychisch und physisch nochmals einiges abverlangt, die letzte grosse Aufgabe in Kanada sozusagen. Wir können es nur immer wieder erwähnen, die Kanadier sind unheimlich gastfreundlich, wir wurden von unzähligen Menschen zum Essen, zum Campen im

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Kleiner Tipp vom Burns Lake.

Garten oder Übernachten im Haus, zum Fischen, zum Bier oder einfach nur auf einen gemütlichen Plausch eingeladen. Wir können uns gar nicht bei allen bedanken, aber bei Jake, Sherry, Terri und Kelly vom Rainbow Trailer Park, bei James samt Familie aus Houston, Judy vom Rose Lake, Jim und Sina aus Quesnel, Howard und Kathy vom McLeese Lake sowie Russell und Jennifer aus Squamish, wollen hiermit nochmals erwähnen.

Der Highway 97, Yellowhead Hwy., führte uns, von Smithers, entlang einer sich ständig wechselnden Natur immer weiter Richtung Süden. Der 97er war stark befahren, daher wurde uns höchste Konzentration abverlangt, dass ständige auf und ab bei extrem schwülen Temperaturen machte die Sache nicht einfacher. Die abwechslungsreiche Natur entschädigte aber für alle Strapazen. Falls wir nicht, wie oben erwähnt, bei Einheimischen campen konnten, fanden wir an unberührten See und Flussabschnitten meist ein geeignetes Plätzchen für die Nacht.

An unserem 100sten Reisetag, wurde die 6000km Marke geknackt, Im Durchschnitt fahren wir also 60km am Tag (Ruhetage eingerechnet), ohne Ruhetage sind es circa 77km. Wir sind äusserst zufrieden mit diesen Werten, bedenkt man unser Gesamtgewicht von etwa 160kg (Fahrrad, Ausrüstung und Fahrer), die ständig wechselnden Wetterverhältnisse und das Profil der Strecke welches uns über Stock und Stein bzw. Berg und Tal geführt hat.

Da wir uns entschieden hatten, auf Rat von unzähligen Kanadiern und Reisenden, über die Berge nach Vancouver zu gelangen, verlassen wir den Highway 97 und biegen auf den 99er, den Duffey Lake Highway ab. Im Talkessel haben wir Temperaturen von über 40 Grad und das Höhenprofil zeigt stark nach oben. Tagsüber schmelzen wir beinahe dahin, soviel können wir gar nicht trinken. Die Landschaft ist

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Bald geschafft! Duffey Lake Hwy.

ausgetrocknet und erinnert eher an Teile Australiens wie an Kanada, der Highway ist eng und jeder Überholvorgang wird zum Nervenkitzel. Über Lillooet suchen wir unseren Weg nach Whistler, das Mekka der Snowborder und Skifahrer. Whistler liegt mit knapp 800m überraschend niedrig, aber der Weg dorthin führte uns mehrmals in tiefe Schluchten und wieder den Berg hinauf. Allgemein haben wir in den letzten 2 Wochen über 17000!!!! Höhenmeter gemacht, das entspricht 2x dem Mount Everest. Da Whistler 2010 der Gastgeber für die Olympischen Winterspiele war und wir mit Rio 2016 eventuell die Sommerspiele besuchen wollen, nutzen wir die Chance und schnuppern olympische Atmosphäre.

Von Whistler geht es gemütlich runter bis Squamish wo wir auf Meerebene

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Whistler Medal Plaza, Host of the Winter Games 2010

ankommen. Nach gut 4200km quer durch Alaska und Kanada sehen wir daher zum ersten Mal wieder das Meer, ein Traum. In Squamish legen wir bei Russell und Jennifer einen gemütlichen Ruhetag ein. Squamish war, wie unserer Gastgeber, erzählen, Filmkulisse für einige grosse Hollywood Produktionen, so wurde u.a. Teile der „Twilight“ und „Starwars“-Filme hier gedreht. Allgemein hat der Ort eingebetet vor den Toren Vancouvers und dem Nobelskiort Whistler einiges zu bieten. Die weltweit grösste Population von Weißkopfseeadlern ist hier genauso beheimatet wie der Ausgangspunkt zu tausenden Wanderwegen in die kanadische Wildnis.

Die Route der nächsten Tage wird Nico und mich weiter über Vancouver-Island nach Port Angeles/USA führen wo wir in einigen Tagen wieder auf Sandro treffen sollten. Sandro hatte sich in Kitwanga bekanntlich für die „Vancouver-Island“ Route und eine längere Fährfahrt entschieden, daher ist er bereits vor mehreren Tagen in die USA eingereist.

Bedanken möchten wir uns an dieser Stelle nochmals bei allen Sponsoren und Gönnern, wir wurden mit hervorragendem, funktionalen Produkten ausgestattet. Nicht nur die tollen TX1000 Fahrräder der Fahrradmanufaktur, sondern auch unsere Merino-Bekleidung von Kaipara, unsere Radtaschen von Globetrotter und unsere

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Julian und Nico am Joffre Lake.

Solarequipment von Goal-Zero sind im Dauergebrauch sondern auch die Helme und Sonnenbrillen von UVEX, die Fahrradcomputer von VDO und die Radbekleidung von Erdinger Alkoholfrei und viele andere Produkte machen uns das reisen wesentlich leichter und sicherer. In der Zwischenzeit haben wir auch unser Zelt reparieren können, danke für die tolle Unterstützung.

Die letzten Meter in Kanada werden morgen angegangen und wir freuen uns, nach dieser langen Fahrt durch den Riesenwald, auf den kommenden Abschnitt und damit auf die USA und die Wiedervereinigung des Trios.

Sportliche Grüße,

Julian, Nico und Sandro.

Weitere Bilder findest Du wie gewohnt in unserer Galerie.

Von Alaska nach Kanada

Alaska/USA, Kanada

Hallo zusammen,

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Julian und Nico haben Kanada fest im Griff.

schon wieder sind 2 aufregende Wochen vergangen in welchen einiges passiert ist. Bei Rekordtemperaturen verlassen wir, ausgestattet mit Proviant für 10 Tage, Fairbanks/Alaska in Richtung kanadische Grenze. Leider lodern, durch die hohen Temperaturen mit über 40 Grad, einige Buschfeuer. Da wir eingekreist sind von gleich mehreren Feuern und der Wind ständig dreht, müssen wir uns auf die Auskünfte der Bevölkerung verlassen und radeln weiter, durch den dichten Rauch sind die Sichtverhältnisse eher beschränkt und es fährt eine gewisser Nervenkitzel mit. Nach 2 Regennächten sind die Feuer schneller unter Kontrolle als erwarten und wir fahren beruhigter durch eine unvergessliche Natur.

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Sandro’s Süßigkeiten locken den Grizzly aus dem Wald.

Immer häufiger bekommen wir Besuch von Wildtieren, egal ob Grizzly, Schwarzbären, Elche, Stinktiere, Weißkopfseeadler, Kojoten etc. inzwischen waren wir allen recht nah. In Kanada sind wir Ende Juni angekommen und haben gestern Whitehorse erreicht, wo wir die 4000 Kilometer Marke knackten. Kanada macht uns das campen im „Busch“ ähnlich einfach wie Alaska, es findet sich immer ein geeigneter Bade- und Zeltplatz und das Wetter spielt uns regelmässig in die Karten, so hatten wir bislang nur Nachts einige kleinere Wolkenbrüche. 28 Tage sind wir nun bereits in Alaska/Kanada unterwegs bei 28 Übernachtungen fanden wir

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Wildzelten am Pickhandle Lake.

19 x einen Platz in der Natur, 6 x gönnten wir uns einen Campingplatz und 3 x wurden wir eingeladen in einer Scheune zu übernachten, so kann es gerne weitergehen. Egal wo wir auftauchen interessieren sich Menschen für unsere Tour, bieten uns Lebensmittel an, lassen uns übernachten und helfen uns weiter, in dieser Hinsicht scheint unsere Tour unter einem sehr gutem Stern zu stehen, tolle Begegnungen haben wir bereits machen dürfen und freuen uns auf die kommenden.

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Das Trio am Kluane Lake/Kanada.

In Whitehorse füllen wir unsere Vorräte auf, waschen Wäsche, erledigen kleinere Wartungsarbeiten und relaxen für 2 Tage. Die nächsten Wochen werden wohl etwas hügeliger und die Möglichkeiten unsere Lebensmittel aufzufüllen sind eher rar, es geht knapp 3000 Kilometer quer durch den Wald. Gerade die grossen Entfernungen und die endlosen Wälder, die riesigen Seen und die strömenden Flüsse geben uns den Eindruck das hier alles einfach unendlich ist. Jeder Tag ist etwas Besonderes und hält Überraschungen bereit, wir lassen uns auf einer tollen Welle treiben und freuen uns auf unsere täglichen großen und kleinen Abenteuer.

Die letzten beiden Wochen radelte Philipp weiter mit uns mit, eventuell wird das Trio

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Unser Camp und Philipp am Kluane Lake, welcher herrlich erfrischend war.

noch für einige Kilometer ein Quattro bleiben.

Bislang liegen wir extrem gut in unserem grobem Zeitplan und sollten in circa 6 Wochen sollten wir in Washington sein und somit wieder auf amerikanischem Boden.

Weiterhin vielen Dank für die zahlreichen Nachrichten auf unserer Homepage und bei Facebook, leider ist es uns nicht möglich alle zu beantworten, da die Möglichkeiten online zu gehen aus geografischen Gründen eher beschränkt sind. Dennoch freuen wir uns über jede Nachricht, jeden Kommentar und all die „Likes“. Danke!

Schöne Grüße aus Kanada,

Julian, Nico und Sandro.

Weitere Bilder findest Du hier.

Alaska 37°Celsius

Alaska/USA
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Trio for Rio in Alaska – Mark holt uns ab.

Alaska, wir sind mit einer holprigen Landung in Nordamerika angekommen, doch nicht wie die Landung erahnen lässt verlief unsere bisherige Reise durch Alaska durchaus positiv.

Über ‚Gummi‘, den wir in Island kennengelernt haben, trafen wir seinen Verwandten ‚Mark‘ in Anchorge.

Er hieß uns Willkommen mit einen großen ‚Trio for Rio Schild‘ und fuhr uns mit seinen riesigen Truck auf einer kleinen Sightseeing Tour durch die Stadt zu seiner Lagerhalle, in der wir die folgenden drei Nächte verbrachten. Er und seine Familie zeigten uns einige tolle Restaurants, Bars und weitere tolle Orte.

Gestärkt von klassischen American Breakfast, Burgern, Bier und Hot Dogs fuhren wir schon in unseren ersten Tagen in Alaska mit einen Fischerboot zum Lachfischen.

Nach drei super Tagen in Anchorage verließen wir bei strahlendem Sonnenschein die Stadt  zuerst auf dem Alaskan Highway 1, dann auf dem Highway 3 in Richtung Fairbanks.

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Old Trappers Cabin im Denali Nationalpark.

Es dauerte nicht lange bis der rege Stadtverkehr sich in einzelne Fahrzeuge aufteilte, so hatten wir den Highway meist für uns und konnten dadurch besser die atemberaubende Landschaft mit vielen Seen, Flüssen und endlosen Wäldern genießen.

Bei Rekordtemperaturen von teilweise 37° Celsius nutzen wir jede Möglichkeit unsere Wasservorräte aufzufüllen und jeden Creek um sich abzukühlen.

Mit einem Waldbrand im Rücken fuhren wir über Wasilla und einer ‚English Tea Pause’  am See in Willow direkt auf den Mt. Kinley, der höchste Bergs Nordamerikas, nach Talkeetna zu.

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Sandro beim Rafting in Talkeetna.

Nach einem zu erst enttäuschenden Eindruck des sehr touristischen Dorfes entwickelte sich der Abend am Fuße des Mt. Kinley zu einem unvergesslichen Abends.

Wir fuhren mit James, ein Boots-Tourguide der am Abend nicht genug von seinem Job hatte und seinen Freunden in einem Schlauchboot den Fluss entlang.

An Biberbauten, durch Stromschnellen und weiteren Biberdämmen fuhren wir mit einer lustigen Gruppe ca. 2 Stunden den Fluss runter bis zurück an unseren Zeltplatz.

Im beeindruckenden Danali Nationalpark, trafen wir Philipp, einen deutschen Radler DSCF2393der auch in Richtung Südamerika unterwegs ist, so fuhren wir zu viert weiter den Alaskan Hwy. 3 über Healy, Nenana bis nach Fairbanks.

Neben einer atemberaubender Tier- und Pflanzenwelt, beeindruckt uns die unglaublich Gastfreundschaft der Amerikaner.

Unsere 55 tägige Zeit, mit über 3000 gefahrenen Kilometern, der Vorbereitung und Anreise zu legendären längsten Straße der Welt, die Panamericana ist somit abgeschlossen und die Reise kann nun richtig beginnen. Die nächsten Wochen fahren wir auf dem Alaskan Highway 1 in Richtung Süden, wo wir bald Kanada erreichen sollten.

Für weitere Alaska Bilder bitte in der Galerie nachschauen.

England und die Gastfreundschaft

England
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Mittagspause auf dem Weg nach London

Heute grüßen wir aus dem Herzen Englands, inzwischen haben wir gut 2/3 von dieser wunderbaren Insel abgeradelt. Nach einer nebligen Ankunft in Dover ging es bei wunderbaren Wetter durch saftig grüne Landschaften und tolle historische Ortschaften bis nach London.

In London war das Wetter leider sehr britisch, doch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten konnten wir besuchen. Die Engländer sind unglaublich hilfsbereit und gastfreundlich so wurde uns nicht nur der Weg gezeigt sondern wurden wir auch oft zum Übernachten eingeladen.

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Tower Bridge, London

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Major Oak, Robin Hood Forrest

Gestärkt durch traditionelles englisches Essen radelten wir über Nottingham durch den Robin Hood Forrest bis nach York wo wir heute Station machen.

Die nächsten Tage werden wir die Nord/Ostküste unsicher machen und unseren Weg nach Glasgow weiter fahren

Beste Grüße
Julian, Sandro und Nico